50 Jahre 1. FC Magdeburg | Ein Stadion feiert.

50 Jahre 1. FC Magdeburg.

Ein Stadion feiert.

Es war ein Dienstag Abend. Ich saß in der Küche, redigierte ein paar Texte für meinen Blog und im Radio lief mdr-Info:  irgendwas über Fußball. Und da kam es mir wieder in den Sinn: das 50.-Jährige Vereinsjubiläum vom 1. FC Magdeburg. Früher als Kinder waren mein Bruder und ich das ein oder andere Mal mit Papa und Opa im Stadion.
Und während ich da so an meinem Mac herum tippte, kam mir schließlich die Eingebung: »Mensch, vielleicht gibt es noch ein paar Karten für dieses Event!« Mit ein paar Klicks bin ich auf die Vereinsseite gehüpft und tatsächlich gab es noch einige im Angebot. Ich zögerte nicht lang, kaufte vier Tickets – jeweils eins für meinen Papa, Thomas und Torsten und das letzte nahm ich für mich. Ein Fußballsamstag, der bereits seit einiger Zeit in der Stadt von den sportbegeisterten Menschen herbeigesehnt wurde.

Am Samstag kurz nach eins trafen wir uns vor dem Stadion. Es schien die Sonne und das Thermometer zeigte frühlingshafte 13 °C an. Bereits auf dem Weg fuhr ich mit meinem Rad an den Scharen von Menschenmassen – vornehmlich in Blau-Weiß gekleidet – vorbei. Klar, natürlich gab es darunter etliche, die sich schon das ein oder andere Bier zuviel einverleibt hatte. Aber es gab auch viele Familien, die diesem besonderen Samstag-Event beiwohnen wollten.

Euphorie im Stadion.

Wir schlossen unsere Räder ab und rein ins Station. Ich hatte uns im Blog 12, in der dritten Reihe Plätze organisiert und so steuerten wir nun diese an. Dort angekommen, fanden wir blaue Ponchos vor. Ein Hinweis am Eingang sagte uns bereits was damit zu tun sei: überziehen und 90 Minuten anlassen und bei der Vielzahl an Fan-Choreographien mitwirken. Auf anderen Blöcken lagen weiße P0nchos zum Überziehen.

Für dieses Spiel zum 50. jährigem Vereinsjubiläum (welches am 22.12.2015 begangen wird) haben sich die Ultra-Fans etwas ganz Besonderes übergelegt: das Stadion war dank der weißen und blauen Ponchos ganz in diesen Farben gekleidet – das Ganze Spiel über! Zum Anpfiff gab es außerdem noch große Banner die über jeder Tribüne ausgerollt wurden: 1. riesiger Fan-Schal 1. FCM, 2. ein überdimensionales Trikot im Block U, 3. runde Banner, auf dem die Siege verzeichnet waren – z.B. 1974 Europapokal-Sieger – und 4. auf der vierten Tribüne verschiedenen Vereinswimpel. 4 Minuten wurden die Transparente oben gehalten und von Weitem sah es aus, als ob sie hüpfen würden.

Eigentlich bin ich ja nicht wirklich ein riesiger Fan – weder von vorgeschriebenen Massen-Bewegungen, noch ein eingefleischter vom 1. FCM. Aber hey, wenn wir nun schon mal hier sind …
So war mein meine Euphorie am  Anfang noch etwas verhalten, doch schon Mitte der 1. Halbzeit – zum 2:0  durch Beck – hielt mich endgültig nichts mehr auf meinem Sitz. Ich hab mitgeklatscht, bin gehüpft und  bin bei dem ein oder anderen Fangesang bzw. -Canon eingestiegen, oder hab vielmehr gerufen: »50 Jahre FCM!«, »Vorwärts Magdeburger Jungs, schießt ein Tor für uns!« bis hin zum Magdeburger Lied.
Das Tolle: das ganze Stadion hat mitgemacht und diese Stimmung übertrug sich schließlich auch auf die Spieler. Denn die dankten es ihre Fans mit einem 3:1 Endstand – und dass bei einer sehr gut spielenden 2. Mannschaft vom Mainz 05.

Ein ganz besonderes Geschenk hatte sich der 1. FCM bereits im Sommer selbst gemacht: nach 25 Jahren gelang dem Fußballclub endlich wieder der Einzug in den Profi-Fußball, genauer gesagt in die 3. Liga. Und zur Winterpause sind sie nun auf Platz 4.

Gedanken-Karussel.

Und ich muss schon sagen, so etwas wie am Samstag im Stadion beeindruckt mich immer wieder: Menschen, die sich eigentlich gar nicht kennen, vielleicht auch oft im Alltag nicht miteinander reden würden, zelebrieren hier gemeinsam ein Fest. Da bin ich jedes Mal hin- und her gerissen: einerseits bin ich sehr begeistert von dem verbindenden Element, das der Sport und der Fußball im Speziellen mit sich bringt. Egal, ob die Menschen selbst spielen oder auf den Zuschauenden-Rängen sitzen – alle eint das Interesse an dem Ball auf dem Rasen. Einige Male ist mir es bereits auf Reisen passiert, dass ich, nachdem ich erzählt habe, dass ich aus Deutschland komme, die Menschen (klar, vorallem Jungs), mir von deutschen Fußball-Manschaften vorschwärmten. Und sogleich war der Damm für eine Unterhaltung gebrochen.
Auch als wir 2014 im Pott waren, begegneten wir vielerorts immer wieder dem Fußball. So stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich uns während unseres Aufenthaltes zwei Karten für ein BVB-Spiel in Dortmund organisieren muss. Es klappte und wir erlebten einen fantastischen Abend im Stadion.

Andererseits macht es mir auch Angst, denke ich an so viele schreckliche Ereignisse in der Vergangenheit zurück. Da haben sich auch viele Menschen begeistern lassen als Teil einer Masse und waren plötzlich blind und vergaßen, selbst zu denken.

Aber der 1. FC Magdeburg und viele andere Vereine sind sich dessen bewusst und setzen sich seit Jahren für einen gewaltfreien und Menschen-zusammenbringenden Sport ein. In diesem Sinne, springe ich gern noch mal in die Luft und rufe »Auf geht’s Blau-Weiß!«

Wie stehst du zum Fußball? Na klar, jeden Wochenende ein Muss für dich oder ein Graus? 
Welcher Sportart kannst du etwas abgewinnen? 
Und was verbindet für dich die Menschen?

… ab mit deinen Antworten unten in die Kommentare.
Ich bin schon sehr gespannt.

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