9. November 2014: 25 Jahre Mauerfall.

25 Jahre nach dem Mauerfall: Besuch der #Gedenkstätte #Grenzübergang Marienborn.
25 Jahre nach dem Mauerfall: Besuch der #Gedenkstätte #Grenzübergang Marienborn.

Vor 25 Jahren löste der Satz von Schabowski »Das tritt nach meiner Kenntnis, … ist das sofort, unverzüglich.« etwas ganz Besonderes aus: die Mauer in den späten Abendstunden des 09. November ’89 ging auf.

Meine Mama hörte es im Radio und ging hinaus zu meinem Papa, um es ihm zu sagen. Er konnte es nicht glauben. Später sahen sie sich gemeinsam die Bilder der Grenzöffnung im Fernsehen an. An diesem Abend und am darauf folgenden Wochenende wollten sie noch nicht rüber. Meine Mama hatte kurz zuvor eine Visum für den Besuch ihrer Großmutter in Westberlin erhalten.

Torsten saß in der Kaserne ohne Ausweis fest. Er war zu der Zeit beim Militär und kam nicht raus.

Ich war in der 3. Klasse und am 13. November fuhren wir auf Klassenfahrt – nach Bertingen. Nachdem wir am Montag gerade unsere Betten bezogen hatten, hieß es, am nächsten Tag müssten wir wieder zurück. Die Anlage müsste als Auffanglager für Flüchtlinge dienen. Missmutig liefen wir am Dienstag die lange Straße zurück zum Zug. Plötzlich sah ich den Lada meiner Eltern. Sie holten mich ab und gemeinsam machten wir mit meinen Großeltern und meiner Urgroßmutter einen Ausflug nach Wolfenbüttel.

Wie war euer Herbst '89?! Wie habt ihr die Grenzöffnung erlebt?! | How was your autumn '89?! How did you celebrate the opening of the boarder?!
Ein Blick in Mamas damaligen Pass. | Wie war euer Herbst ’89?! Wie habt ihr die Grenzöffnung erlebt?! | How was your autumn ’89?! How did you celebrate the opening of the boarder?!

Wenige Tage später fuhr mein Papa mit meinem Bruder und mir das erste Mal Tante und Onkel in Westberlin besuchen. All die vorangegangenen Jahre konnten wir es nie verstehen, warum sie uns, aber wir sie nie besuchen durften. Vor ’89 malten wir uns allerhand abenteuerliche Geschichten aus, wie ein Besuch doch möglich sein könnte. Und war es soweit.
Fünf Stunden dauerte die Fahrt von Magdeburg nach Berlin-Buckow. Der Aufenthalt am Grenzübergang Schönefeld dauerte ewig. Unser Auto wurde auseinander genommen und alles genauestens untersucht. Sogar die Umschläge der selbst geschriebenen Karten von meinem kleinen Bruder und mir wollten sie öffnen. Irgendwann waren wir da. Es war toll für uns Kinder.

25 Jahre nach dem Mauerfall: Besuch der Gedenkstätte Grenzübergang Marienborn.
25 Jahre nach dem Mauerfall: Besuch der Gedenkstätte Grenzübergang Marienborn.

Heute fuhren Torsten, Ferkel und ich zum ehemaligen Grenzübergang Marienborn. Da stehen, wo ich ’89 das erste Mal über die Grenze fuhr. 25 Jahre war es her. Heut ist dieser Grenzübergang eine Gedenkstätte und erinnert an den Unrechtsstaat und was damals dort im Geheimen ablief. Bedrückend und aberwitzig war es für uns, über das Gelände und die einzelnen Baracken zu laufen und die Schautafeln durchzulesen. Ein Ort, der Geschichte erfahrbar macht. Nicht nur zu einem so denkwürdigen Tag wie heute, sondern jeden Tag.

Ferkel: Zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung hab ich mir mal den Grenzübergang Marienborn angeschaut & unter Erich nen Vernehmungsprotokoll geschrieben, Begrüßungsgeld verteilt, Koffer durchleuchtet & unter die Autos geschaut. Gut, dass das heut nur ein Gedenkstättenbesuch war & die Revolution '89 so friedlich ausging. Wo warst du eigentlich am Abend des 09.11.'89?!
Ferkel: Zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung hab ich mir mal den Grenzübergang Marienborn angeschaut & unter Erich nen Vernehmungsprotokoll geschrieben, Begrüßungsgeld verteilt, Koffer durchleuchtet & unter die Autos geschaut. Gut, dass das heut nur ein Gedenkstättenbesuch war & die Revolution ’89 so friedlich ausging. Wo warst du eigentlich am Abend des 09.11.’89?!

Noch heute bewegen mich die Geschichten und Bilder sehr. Die Menschen, die damals den Mut hatten, auf die Straße zu gehen und friedlich für ihre Rechte kämpften. Ein Staat, der nicht mit Gewalt diesen Kraftakt blutig niederschlug. Politiker, die diese Entscheidung beeinflussten. Dies alles waren Faktoren, die dazu führten, dass sich ’89 die Mauer öffnete und das Leben der DDR-Bürger_innen entscheidend änderte. Manchmal zum schlechten, oft zum Besseren, auf jeden Fall anders, als von vielen ’89 noch gedacht.
Was wurde mir damals durch den Mauerfall alles ermöglicht? Ich kann Reisen, ich konnte eine Ausbildung machen, die mich interessierte, studieren was ich wollte. Ich kann meine Meinung frei äußern, ich kann Pläne schmieden und verwerfen. Mein Leben ist nicht vorbestimmt sondern über die Jahre hinweg formbar und wandelbar. Dies macht es mir mitunter nicht immer leicht, aber ich kann mitbestimmen und mich auch mal umentscheiden. Und darum bin ich sehr dankbar für diesen November ’89.

25 Jahre nach dem #Mauerfall: Besuch der #Gedenkstätte #Grenzübergang Marienborn.
25 Jahre nach dem Mauerfall: Besuch der Gedenkstätte Grenzübergang Marienborn.

Wie hast du damals den Mauerfall ’89 erlebt? An was erinnerst du dich? Was hat sich für dich durch den Mauerfall verändert?

Übrigens, diesen Beitrag hab ich im Rahmen #igTravelThursday-Blogprojekts von Instagram Travel Thursday geschrieben. Hast du auch Lust mitzumachen? So gehts: 1. Blogpost über Instagram und Reisen schreiben – 2. Einen Link zur einem der #igTravelThursday Hosts setzen – 3. Deinen Blogpost via Link-Widget, aka Linky hinzufügen – Weitere Infos findest du HIER. oder HIER.

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