Ein Fort und Kamelmilch.

Ein Fort und Kamelmilch.
Ein Fort und Kamelmilch.

Wir ließen uns wahlweise das continentale bzw. indische Frühstück schmecken, bevor uns Albert die Sehenswürdigkeit Bikaners – das Junagarh Fort – zeigte. Er fuhr uns hin, anschauen durften wir es uns alleine. Es liegt mitten in der Stadt, doch nicht erhöht, wie die anderen Paläste Rajasthans, die wir bisher sahen. Es wurde erst über 100 Jahre nach Stadtgründung erbaut. Von außen war es nicht so beeindruckend wie die von uns bisher besuchten Festungen, die Räume innen waren prunkvoll bemalt und ausgeschmückt mit Ornamenten, Gold, Blumen, Elefantenmotiven, Rubinen und anderen Edelsteinen. Es gab einen Balkon mit chinesischen Porzellanfliesen und es wurden z.B. Fakir- Utensilien ausgestellt, wahlweise mit Sägen, Schwertern oder Nägeln ausgestattet. Dazu ein paar Fotoaufnahmen aus den 1920er Jahren, welche die ehemaligen Herrscher und Untergebene auf den Objekten stehend zeigten. Ferkel musste natürlich sogleich auf dem Fakirkissen Platz nehmen. Gepiekt hat es ihn in den Po.
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Es gab Ausblicke in einen großzügig angelegten Park, der die einstige Schönheit erkennen lies. In anderen Räumen des Palastes wurde die umfassende Waffensammlung und diverse Kamel- und Elefantensitze ausgestellt. Auch ein Flugzeug und ausgestopfte Leoparden gab es zu besichtigen. Spannend waren immer wieder die Fotoaufnahmen aus den 1920/30er Jahren. Einige Aufnahmen aus dem Jahr 1937 zeigten den Maharaja bei einem pompösen Umzug mit vielen geschmückten Elefanten durch die Stadt. Kaum vorstellbar, dass dies vor nicht einmal 100 Jahren passiert ist…
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Wir ließen uns von Albert zurück ins Hotel fahren, wo wir schön Mittagsschlaf hielten. Gegen drei brachte uns Albert zu der asienweit einzigen Kamelfarm dieser Art, der National Research Centre on Camels. Es handelt sich um eine Forschungs- und Aufzuchtstation für Kamele, hier werden außerdem Kamelerzeugnisse hergestellt, wie Kamelmilch, -eis, Produkte aus Kamelhaar, wie Schals, Decken, Produkte aus Kamelknochen wie Schmuck, Figuren, Anhänger und Produkte aus Kamelleder wie Taschen, Portmonees, etc.. Früher wurden die Kamel vom Maharaja Ganga Singh im ersten Weltkrieg an der Seite der Engländer gegen die Türken eingesetzt. Auch wenn heute noch einige Kamel für die Einheit der Border Security Force gezüchtet werden, wird der größte Teil der Tiere hier für Filmaufnahmen eingesetzt.
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Wir sahen viele Kamele, die gerade ihr Futter genüsslich mit ihrem Gebiss zermalmten. Erhaben sahen sie aus, wie sie so dahin schritten, entspannt.
Auf das Kamelreiten verzichten wir, als wir sahen, dass dafür ein einzelnes, bunt behängtes Kamel bestimmt war, das mit Menschen oben auf einen Weg hoch bzw. runter lief und ansonsten herumstand.
Wir ließen uns lieber die süße Kamelmilch im Kaffee, Tee und auch pur schmecken. Lecker! Wir kauften noch einige Souvenirs (Taschen, Schmuck, Figuren, etc.) für sehr günstiges Geld ein. Ein kleines Aum für Ferkel gab es leider auch hier nicht. Naja, vielleicht haben wir ja in der uns verbleibenden Zeit noch Glück.

Zurück im Hotel ließen wir uns auf der Dachterasse wieder ein köstliche Mal (Dal, Spinat, Käse, veg. Reis, Naan, etc.) zum Ginger-Lemon-Tee mit Honig im Kerzenschein schmecken.
Ab und zu spielte eine Band Rajasthan-Musik, Tänzerinnen tanzten und im Hintergrund leuchtete gelegentlich ein Feuerwerk. Eine kleine Ratte begrüßte uns vor unserem Zimmer. Sie war schnell verschwunden.
Und immer wieder laute Musik, Knaller und Feuerwerk. Es ist Samstag vor Diwali.

Kamelmilch. National Research Centre on Camels. Fotocollage, C-Print, kaschiert mit Acryl
Kamelmilch. National Research Centre on Camels. Fotocollage, C-Print, kaschiert mit Acryl

Morgen geht’s nach Mandawa, unsere letzte Station, bevor wir wieder in Delhi sind und unser Flieger gen Heimat startet.

Übrigens gibt es hier in Indien sehr viele verschiedene Fernsehsender. Auf einigen laufen indische Musikvideos, die für unser Empfinden grell-kitschig mit to much Pathos versehen sind, Sendungen von Hindu-Gurus, indische Soap-Operas (siehe auch: ind. Musikvideos), alte indische Filmschmachtschinken, Bollywoodstreifen, Nachrichten und englische Sender, die vor allem viele aktuelle Hollywoodfilme zeigen (Ferkel hat schon Spiderman 2 & 3, Ice Age, James Bond und vieles mehr geschaut). Zwischendurch viel Werbung, die vom westlichen Lifestyle geprägt sind, wie Auto-/viel Motorradwerbung, Werbung für Bosch Waschmaschinen und Küchenhelfer, Smartphones, Schmuck, Ebay und andere Online-Shoppingportale, Barcardi-Werbung, etc. Es werden Familien, Freundschaften und eine schöne heile Welt gezeigt, die Lebensfreude vermitteln (sollen).

Weitere tolle Fotos gibt es hier:

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