Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.

Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.
Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.

Kurz vor neun klingelte der Wecker. Wer bis dahin noch nicht wach war, wurde mit »Hello to my new life« sanft aus den Träumen geweckt. Draußen war eine weiße Wolkenwand und es trippelte auf dem Balkon. Wir konnten es ruhig angehen lassen. Heute kämen wir aufgrund des Streikes eh nicht von hier weg.
Wir labten uns am Frühstücksbuffet und erhaschten den ein oder anderen Blick auf das gegenüberliegende Grün des Berghanges, bevor wieder ein weißer Wolkenschleiher die Sicht verhängte.

Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.

Da der Regen während des Frühstücks aufgehört hatte, entschieden wir uns für einen entspannten Fotospaziergang die Straße hinauf. Schnell ein paar dickere Sachen angezogen und die Regenjacken darüber, Fototaschen umgehängt und schon konnte es los gehen.
Wir liefen ein paar Meter, stoppten für das erste Fotomotiv, wieder ein paar Schritte weiter, anhalten, Foto und so weiter. So liefen wir die Straße entlang, fast bis zu einem kleinen Dorf und machten von den umstehenden moosbedeckten Bäumen und den nassen, umgefallenen Baumstämmen tolle Fotos. Wir blickten in ein wunderschönes Tal, wo sich die grünen Teesträucher an die Bergwände anschmiegten.

Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.

Jede Ecke hielt ein wunderbaren Fotomotiv für uns bereit. Ab und zu sprangen wir für eine hupende Motorrikscha oder ein weißes, japanisches Auto beiseite. Sonst waren wir allein auf der kleinen Serpentinenstraße, auf der wir tief einatmeten und die Natur auf uns wirken ließen. Mitunter mussten wir an die Verfilmung von Herr der Ringe denken, in der es ähnlich schöne Hügel, Aussichten und so ein sattes Grün gab.

Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.

Wir entdeckten auch eine kleine Höhle, in der Fledermaus-Schreie zu uns heraus drangen und auch ein paar hinein flatternde Tiere zu sehen waren. Irgendwann überkam es uns sogar und wir stimmten ein äußerst wohlklingendes Volksliedmedley an. Nach gut zwei Stunden kehrten wir zurück. Genau richtig, denn eine viertel Stunde später begann ein heftiger, lang anhaltender Regenguss.
Unser Fahrer fing uns vor dem Hotel ab und besprach mit uns die Pläne für den kommenden Tag. Da wir heute nicht wegkonnten, würden wir die Sightseeingtour und die Besichtigung des Teemuseums morgen zusammen machen. Auch gut.

Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.

Im Hotel trafen wir auf die anderen Hotelgäste. Sie liefen alle ein wenig herum wie Falschgeld. Keine_r wusste so recht etwas mit diesem Tag anzufangen. Niemand kam hier weg und das Wetter war auch nicht das Beste.
Wir ließen in der Hotellobby den Reset-Knopf für das Internet drücken. Ich lud im Anschluss den gestrigen Beitrag plus Fotos hoch. Wir dümpelten auch so ein wenig im Netz herum, bevor wir uns noch ein paar Kleinigkeiten vom Lunch-Buffet nahmen, verspeisten und uns auf unser Zimmer zum Lesen verzogen.
Mit Lesen, relaxen, Fotos sortieren und einem Nachmittagstee verbrachten wir selbigen. Und Abends noch einmal am Buffet laben, bevor wir uns erneut auf unseren Betten mit unseren Büchern gemütlich machten.
Manchmal tut es eben auch mal ganz gut, inne zu halten und sich in der Fremde dem Nichtstun hinzugeben.

Ein wolkenverhangener Tag in Munnar.

Welche neuen Erkenntnisse kommen einem dabei?

Warmer Regen ist auch nass.

Am Strand von Varkala nutzten die Inder_innen den Moment bis zum platzartigen Regen bis zum letzten Moment aus, um dann freudig überrascht vor ihm davon zu rennen und dabei sehr nass zu werden – dabei kündigte er sich bereits schon mit grauen Wolken und etwas Wind an. Abkühlung brachte er kaum. Anders als hier in den Bergen, wo die Temperatur eh kühler und nicht so drückend ist. Ein angenehmes Klima und der Regen dafür nicht zu kalt. Und wenn es, wie in Periyar regnet, dann geht man eben mit einem Schirm wandern.
Falls kein Schirm zur Hand ist, tut es auch ein Stück Stoff, das Ende des Saris oder ein Handtuch.
Sobald es nur noch tröpfelt, trauen sich die Inder_innen sofort hinaus und wie in Varkala zurück an die Wellen.
Die Menschen haben hier ein anderes Verhältnis zum Wasser. Es ist ein Spiel, es ist eine Freude, es bedeutet Leben. Und der Monsun kommt erst noch.
Während der Hausbootfahrt wurde uns dann noch mehr verdeutlicht, wie eng die Inder mit dem Wasser zusammen leben. Egal, wohin man schaute, meistens konnte man irgendwo Frauen dabei zusehen, wie sie ihre Wäsche im Fluss wuschen oder wie die gesamte Familie sich reinigte. Die Inder_innen sind wirklich sehr reinlich, selbst wenn sie in sehr einfachen Verhältnissen leben.

Traumwelt.
Traumwelt.

Wenn man unterschiedliche Sorten Tee bestellt, kann es passieren, dass man irgendwie doch immer wieder Gewürztee bekommt. So zum Beispiel heute.

Bei Frühstück nahm ich den Tee aus der Teekanne. Er war würzig und mit Milch gemacht. Beli wollte diesen auch trinken und der Kellner fragte, was sie wollte. Sie sagte Masala-Chai. Der Kellner gab ihr zu verstehen, dass er ihn kochen und zum Tisch bringen würde. Verwunderung pur… schließlich hatte ich doch grad welchen aus der Kanne bekommen. Als er eine viertel Stunde später kam, schmeckte er ein wenig anders gewürzt als meiner, aber doch erstaunlich ähnlich. Am Nachmittag bestellten wir Ginger-Tea und als Beli uns den Tee in Tassen goss, war die Flüssigkeit milchig-braun – vielleicht mit einem Hauch Ginger?! Aber doch irgendwie alles das Gleiche. Seltsam, seltsam.

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Ein kleines Missverständnis kann zu einem praktischen Ersatz führen.

Wir haben gestern Nacht noch der Rezeption gemeldet, dass unser Essen nicht kam. Allen schien das sehr peinlich zu sein, weshalb man uns sofort einen frischgepressten Melonensaft vorsetzte. Anscheinend wurde die Raumnummer verwechselt. Mehrmals entschuldigte man sich bei uns und anschließend wurde verkündet, dass wir dafür heute zum Mittag und Abend umsonst vom Buffet essen dürften.

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