Einmal ausrasten bitte! Die Antwoord live in Berlin.

Die Antwoord @columbiahalle
Die Antwoord @columbiahalle

Endlich war es soweit: der 23. Januar 2015 und Die Antwoord spielte in Berlin.

Vorletztes Jahr bin ich erst auf diese Gruppe aus Südafrika aufmerksam geworden. Durch Zufall. Eine Bekannte berichtete, dass im Rahmen einer Kunstaufnahmeprüfung für eine Hochschule der Song »I fink U freeky« analysiert werden sollte. Ich war sofort angefixt und informierte mich umfassender über die Band. So sah ich Beispielsweise einen spannenden Bericht auf arte und war noch mehr begeistert. Meinen Eltern, die sich 2013 gerade in Südafrika aufhielten, gab ich den Auftrag mir das aktuelle Album der Band als Mitbringsel mitzubringen.
Letztes Jahr tanzte ich schließlich wie wild mit Mirja, Babette und Torsten und tausend anderen Menschen vor der Großschot beim Dockville-Festival, bei dem die Band auftrat.
So lag es nah, dass wir uns auch Karten für den Auftritt in Berlin besorgten.
Nun war es endlich soweit.
Mit Nadia, die die Band damals bei ihrem Aufenthalt in Südafrika kennenlernte, bestiegt ich den Zug gen Berlin und stimmten uns gemeinsam mit dem Schwein auf das Event ein.

Heute Abend gibt es Fragen auf Die Antwoord!
Heute Abend gibt es Fragen auf Die Antwoord!

In Berlin angekommen, Babette und Anja eingesackt und los ging es zur Columbia-Halle.
Als wir ankamen schob und drängelte sich die wartende Menge bereits gen Eingang. Wir mischten uns darunter. Gerade innen angekommen, noch schnell die dicken Wintermäntel abgegeben und Madame PiPi besucht, ging es auch schon los.
Die Halle war zum Bersten voll, blaue und Magenta-farbende Scheinwerfer erhellten die Bühne. Riesige Strichzeichnungen — scheinbar aus Kinderkind —, Sprüche und Abkürzungen wie Zef (Afrikaans und bedeutet umgangssprachlich in etwas soviel wie »Hinterwäldler« oder »Prolet«. Die Gruppe selbst interpretiert Zef als unbeschreiblicher Mischung aus den verschiedensten südafrikanischen Kulturen, welche sich in ihrer Musik vereint) waren auf weißen Stoff geschrieben. »Never Le Nkemise« waberte aus den Boxen, die Menschenmassen schoben und verkeilten sich, jede*r wollte noch den besten Platz zum Sehen und Tanzen ergattern.

Die Antwoord @columbiahalle
Die Antwoord @columbiahalle

Und dann ging es auch schon los. Sie kamen auf die Bühne: DJ Hi-Tek mit einer Gesichtsfratzen-Maske, Ninja und ¥o-Landi Vi$$er, beide gekleidet in orangefarbenen Jogging-Anzügen, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Die Gesichter dunkel, die Anzüge leuchtend im Neonlicht. Im Schlepptau zwei Tänzerinnen. Ein Hit jagte den nächsten. Düstere Songs wechselten sich mit verrückten Songs ab — alles gemixt in Rap, Drum & Bass und viel Elektro (ja, irgendwie erinnerte mich dieser oft an 1990er Jahre-Techno). Die Härchen auf Arm und Beinen vibrierten im Takt der Bässe.
Ninja sprang wild rappend auf der Bühne herum und ließ nach und nach (fast) alle Klamotten fallen, sodass seine schlecht gestochenen Tattoos sichtbar wurden. In seinen weiten Shorts konnte er so sein Ding schön schwingen lassen. ¥o-Landi Vi$$er, mit weißblonden Lolita-Haarschnitt und viel zu kurzem Pony und in engen Shorts, sang mit ihrer schrillen Stimme und ließ mit den beiden Tänzerinnen die Hüften kreisen.
Das anwesende Publikum war ganz aus dem Häuschen. Auch ich war es. Doch zum ausgelassenen Tanzen und Herumspringen fehlte mir einfach der Platz. Es war einfach zu eng. So blieb mir nur übrig, mich mit der Masse hin und her bzw. auf und ab zu bewegen.
Auf der Leinwand hinter dem DJ-Pult gab es Ausschnitte aus den Musikvideos der Beiden. Riesige Peniswesen wechselten sich mit Fotografien und Videosequenzen der Beiden oder Menschen, dem „White Trash“ Südafrikas zugehörig, ab. Kunst traf Trash oder war es anders herum. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, de Band hat mich gepackt und berauscht.
Nach anderthalb Stunden war Spuk vorbei. Wir blieben noch eine Weile euphorisiert stehen. Der Saal leerte sich langsam und wir fanden Nadia samt Clique wieder, welche wir am Eingang aus den Augen verloren hatten. Auch sie war glücklich und erschöpft.

Wir verließen die Columbia-Halle und stürzten uns in die Nacht. Am Hallischen Tor stießen wir auf Anjas Geburtstag an. Die Beats hallten in uns nach.
Den Samstag Vormittag ließen Babette und ich mit einen Bummel über den Boxi ausklingen, bevor ich mit Die Antwoord im Ohr die Hauptstadt wieder verließ.

Kennst du die Die Antwoord? Begeistert dich diese Band genauso wie mich oder kannst du mit denen eher so gar nichts anfangen? Oder hörst du grad das erste Mal von ihnen?

 

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