Fliesen, Gassen, Tram fahren, Graffiti. Mein Instatrip durch Lissabon.

Lisboa, Portugal

Lissabon – du blau gekachelte Liebe in weiß.

Hach, ich muss schon sagen, ich hab mich ein wenig sehr in diese Stadt verliebt. Gut zwei Wochen ist es jetzt her, als wir von unserer Lissabon-Reise zurück in den Alltag geschmissen wurden. Doch ich komme noch immer nicht richtig los von diesem wunderbaren Ort mit „i“ im Namen. Und bisher gelang es mir nicht, diese Tage in einem angemessenen Beitrag zu verpacken. Ist alles drin? Hab ich alles erwähnt? … und dann die Frage nach den Fotos: welche Bilder soll ich wählen? Welche spiegeln meine Eindrücke bestmöglich wider?

So sammle ich auf meinen Instagram-Account seit gut zwei Wochen Impressionen von dieser Stadt und träume mich so zurück. …

Hier in Hamburg regnet es. Also ab in den Süden! Auf nach Lisboa!
Hier in Hamburg regnet es. Also ab in den Süden! Auf nach Lisboa!

… zurück, als wir – mal mit, mal ohne Ziel – die Straßen Lissabons hoch und hinunter liefen. An jeder zweiten Kreuzung hielten wir inne, waren verzaubert vom Ausblick in die sich vor uns auftuenden Gassen. Da – das Quietschen der alten Straßenbahn, die um die Ecke bog.
Hatte ich am ersten Abend noch das Gefühl, ich darf es nicht verpassen, wenigstens ein paar gute Fotos des gelben Wagens einzufangen – wer weiß, ob wir hier noch mal vorbei kommen –, kreuzten sie in den nächsten Tagen immer wieder unseren Weg und ich wurde nicht müde, immer wieder den Auslöser zu drücken. Und natürlich stiegen wir letztlich ein in die berühmte Linie 28 und ratterten damit die Gassen und Straßen Lissabons hinauf und hinab.

Olà from Lisboa.
Olà from Lisboa.
Guten Abend Lissabon.
Guten Abend Lissabon.

 

Die Stadt besitzt ganz viel Patina. Allen voran das Alfama-Viertel, in welchem wir für dieses Wochenende Quartier bezogen hatten. Bereits als wir ankamen, mit der Rolltreppe aus dem Metro-Tunnel empor fuhren, empfing uns dieser Stadtteil mit seinem ganzen Charme. Wir liefen den ersten Berg hinauf, sahen die ersten blau-gekachelten Häuserwände und die alten Menschen vor ihren kleinen Lädchen hocken oder angeregt diskutieren. Hier schraubte ein Mann an einem alten Wagen herum, dort versuchte sich ein Auto durch die engen Gassen zu manövrieren.
Unter uns die gepflasterten Straßen, über uns die bunte Wäsche, die vor den Fenstern auf den Leinen hing. Manchmal waren die Gassen so eng, dass wir beiseite springen mussten, als die Straßenbahn laut schnarrend um die Ecke bog. Und manche behaupten sogar, dass die Menschen sich nur über die Brüstung ihres schmiedeeisernen Balkon hinüber zur/m Nachbar*in beugen müssen, um ihr oder ihm einen Kuss geben zu können.
Und während wir uns am Morgen die kleinen Törtchen schmecken ließen, beobachten wir, wie langsam das Sonnenlicht in die Gasse vor unserem Fenster fiel und die Fließen und Pflastersteine zum Leuchten brachte.

Good morning Lissabon. A wonderful day is waiting for us.
Good morning Lissabon. A wonderful day is waiting for us.
Yummmiiii breakfast.
Yummmiiii breakfast.

 

Aber auch die anderen Stadtteile hatten viel zu bieten und jeder wartete mit seinem ganz besonderen Charme auf: Baixa, die Unterstadt mit seinen modernen Geschäftsviertel und neoklassizistischen Prachtbauten, das Chiado oder das Barrio Alto.

Wir waren sehr erschrocken über den großen Leerstand in den wunderschönen Häusern. Dies ist nicht zuletzt auf die aktuelle wirtschaftliche Lage Portugals zurück zu führen. Vielerorts wuchs das Grün direkt aus den Hauswänden. Aber wir sahen auch, das an vielen Ecken restauriert und neu gebaut wurde.

Mich verzauberten überall die unterschiedlichsten Fliesen – vielleicht gelang es mir, 1/1000 zu fotografieren?! – und das Graffiti an den Hausfassaden oder das Grün, das aus den Wänden heraus wuchs.

Wir ließen uns treiben. Mitunter waren wir aber auch (an-)getrieben, die ein oder andere Sehenswürdigkeit mit eigenen Augen zu sehen. So fuhren wir mit dem einen oder anderen Fahrstuhl, so auch mit dem Elevador Sta Justa und staunten oben über die fantastischen Ausblicke, die sich von hieraus boten. Wir waren bei der Sé Catedral und standen auf dem Kirchendach der Santa Engràcia. Wir liefen die Rue Augusta hinuter, den Duft der Maronen-Verkäufer in der Nase, bis wir durch den Triumphbogen zum Parca do Comércio gelangten: über uns die fluffigen Wolken vor strahlendem blauen Himmel, vor uns die Reiterstatue und dahinter der Tejo. Wir waren verzaubert von der Mosteiro dos Jerónimos und beeindruckt vom Entdecker-Monument am Flussufer sowie dem Tower unweit davon.

Zwischendurch tauchten wir immer wieder ein ins portugiesische Leben als wir über den Flohmarkt unweit der Santa Engràcia schlenderten oder uns auf dem Wochenendmarkt mit regionalen Köstlichkeiten durchschlemmten. Wir genossen Fisch, die Meeresfrüchte, Gemüse, Mit Rosmarin geröstete Mandeln, Wein, Leite Creme (Crème Brûlée) und die leckeren kleinen Törtchen.  Dazu lauschten wir den Fado-Gesängen in einem ganz urigen Restaurant, wo die Kellnerin sich mit Fadosänger*innen (von der Straße) abwechselte und uns das Gefühl vermittelte, wir gehören zur Familie.
Und wir stellten fest, dass diese dreieinhalb Tage 1. zu kurz waren, wir 2. (irgendwann) wieder kommen wollen und 3. dass es ein fantastisches Familien-Wochende war.
Irgendwie ist es mir nun doch gelungen, einige Eindrücke mit diesem Beitrag zusammen zu führen und aufzuschreiben. Ich hoffe, es ist mir gelungen. Was meinst du?

Streetart in Lisbon.
Streetart in Lisbon.
Estou prestes a postar.
Estou prestes a postar.

 

Warst du schon einmal in Lissabon oder Portugal?
Was interessiert dich an dieser Stadt?
Was möchtest du noch über die Stadt wissen?
Ich plane noch ein paar weitere Beiträge über Lissabon.
Also, schnell rein mit deinen Fragen, Gedanken, Hinweisen in die Kommentare.

Gestern hab ich mir übrigens mit dem Schatz die Verfilmung von Nachtzug nach Lissabon angesehen. Er ließ uns noch einmal durch die Straßen wandeln. Doch reicht der Film mitnichten an die Buchvorlage heran, die es auf ganz besondere Weise vermag, ein Bild von Lissabon zu zeichnen und dabei noch philosophische Fragen aufwirft.
(Ja, ich möchte dich hiermit unbedingt dazu ermuntern, das Buch zu lesen und im Anschluss die Frage mit mir zu erörtern, wer du gern sein würdest, wenn du an irgendeiner Weggablung einen anderen Weg eingeschlagen hättest.)

Übrigens, diesen Beitrag hab ich im Rahmen #igTravelThursday-Blogprojekts von Instagram Travel Thursday geschrieben. Hast du auch Lust mitzumachen? So gehts: 1. Blogpost über Instagram und Reisen schreiben – 2. Einen Link zur einem der #igTravelThursday Hosts setzen – 3. Deinen Blogpost via Link-Widget, aka Linky hinzufügen – Weitere Infos findest du HIER. oder HIER.

 

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Streetart in Lisbon.
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