Hochzeitsvorbereitungen.

Hochzeitsvorbereitungen.

Nachdem wir ein paar Stunden geschlafen haben, wurde ich vom vertrauten Hupen der Fahrzeuge wach und mein Wecker sang dazu sein Hello to my new live. Auch Beli hatte ihre erste Nacht in Indien verbracht. Langsam schob sie den roten Vorhang von unserem Hotelzimmer zur Seite und schaute auf das morgendliche Trivandrum. Vor uns lag die Stadt noch leicht verträumt im trüben Nebeldunst da.
Pünktlich um neun gingen wir zum Frühstück. Auf dem Flur trafen wir Anjali. Am Buffet erklärte sie uns das leckere keralische Frühstücksangebot, welches hier neben dem kontinentalen angeboten wurde. An der Frühstückstafel lernten wir auch Anjalis weiteren Gäste aus Deutschland kennen. Von allen wurden wir sehr herzlich in die Gruppe aufgenommen.

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Eine Stunde später war Abfahrt zum gemeinsamen Sari-Shoppen mit Hendrik und Caro. Wir nahmen zwei Motorriksha zum Kalyan Silks: dort gibt es die besten Saris der Stadt.
Die letzten 100 Meter vorm Kaufhaus kamen wir nur sehr schleppend voran: auf unserer Straßenseite war eine riesige Menschenmasse auf der Straße, die mit kleinen, selbstgemalten Plakaten und mit gemeinsamen Parolen gegen das Alkoholverbot in Restaurants und Kneipen und Hotels protestierten. Die letzten Meter bahnten wir uns schließlich zu Fuß durch die Protestierenden und hinein in das dreistöckige, klimatisierte Geschäft. Am Eingang wurden wir sogleich von einem aufdringlichen Inder mit feinstem british English begrüßt und durch den Laden begleitet. Außer ihm und den Verkäufer_innen war noch nicht viel Betrieb. So präsentierten uns bis zu sieben Verkäuferinnen gleichzeitig ihre Auswahl an Silk-Cotton-Saris. Die Auswahl war riesig.

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Während ich mich schließlich recht schnell für einen türkisgrünen mit dunkellila Streifen & goldenem Muster entschied, brauchte Beli etwas länger. Bei ihr machten wir erst einmal mit dem Salwar Kameez weiter: während Beli in der Umkleide stand, brachten wir immer wieder neue zum Anprobieren, bis wir schließlich einen türkis-Farbenden fanden, der mit gelb abgesetzt war. Dazu eine gelbe Hose. Perfekt.
Auch ich fand einen dunkelgrünen mit rot-goldenen Stickereien und roter Hose.
Dann brauchten wir noch Unterröcke und den Blusen-Unterstoff. Fertig.
Nach zwei Stunden verließen wir den Laden – reich bepackt – Richtung Schneiderin (zu 4. in einer Riksha, so gehört sich das in Indien!).

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Sie willigte schließlich mit dem typisch indischen Kopfnicken ein, die Blusen bis 18:00 Uhr fertig zu haben. Puh.
Verschnaufen. Wir genehmigten uns mit Anjali, ihrer Mutter, Caro und Hendrik ein kleinen Mittagssnack, bevor wir uns für eine Mittagspause auf unser Zimmer verabschiedeten.

Halb vier trafen wir schließlich bei Anjali im Zimmer ein: die anderen Mädels waren schon da und drei indische Frauen, wovon eine Anjali ein Mehendi auf die Innenhandflächen und Unterarme malte. Gemeinsam verbrachten wir so den Nachmittag: Über die bevorstehende Heirat sprechen, wie ist der morgige Ablauf, was dürfen wir, was nicht, Gebräuche, Kennenlernen, dies, das und jenes. Nach und nach bekam Anjali auch die Füße bemalt und die Anderen ebenfalls Hände und Füße.

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Beli und ich gingen zwischendurch noch zur Ayurveda-Ärztin: Beli hatte immer noch mit ihrem Hexenschuss zu kämpfen und ich mal wieder Ohrenschmerzen. Wir verließen und nach einer kurzen Analyse jeweils ein Rezept schreiben und lösten dies bei ihrem Kollegen ein. Im Anschluss holten wir auch unsere Saris samt Blusen ab. Sie waren rechtzeitig fertig und saßen perfekt. Meinte zumindest Narens Schwester, die auch gerade hier war und noch auf ihre Sari-Blusen wartete.
Wieder zurück im Hotel bekamen auch wir unsere Mehendi-Malerei und während sich schließlich Anjali zu Bett verabschiedete aßen wir im Restaurant mit einigen anderen dt. Gästen noch zu Abend. Wir sprachen noch einmal über die heutigen Erlebnisse und den morgigen Ablauf. Schließlich verabschiedeten wir uns alle auf unsere Zimmer – in freudiger & gespannter Erwartungen auf den morgigen Tag.

Erkenntnisse heute: Belis Haare finden alle ganz klasse und die Frauen wollen sie alle gern mal anfassen. Auch ihre Tattoos werden von allen interessiert begutachtet. Ferkel muss noch ein wenig auftauen. Wenn man als Letzte in der Reihe das Mehendi gemalt bekommt, dann lässt die Kreativität der Malerin dezent nach. 😉 ATM funktioniert grad nicht, da hier vorgestern ein kleiner Gewittersturm durchfegte und neben einigen Palmen auch die Stromleitung vorübergehend lahm legte. Die Bankautomaten sind davon wohl immer noch betroffen. Naja, leb ich noch ein wenig auf Belis Kosten. 🙂

23:00 Uhr: sooo, nun Licht aus. Morgen, halb sechs klingelt der Wecker und um kurz nach sieben müssen wir fix und fertig unten in der Hotellobby in unseren feinsten indischen Roben stehen. 🙂

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