Im Filmrausch mit Gloria.

Berlinale.

Neuer Tag & noch mehr Filme.
Wieder schlecht geschlafen & zu früh erwacht.
Gegen halb neun entschloss ich mich schließlich aufzustehen & den Frühstückstisch für Babette und mich zu decken. Kurz nach neun plauschten wir beide bei Tee, Kaffee & Brot über die vergangenen Tage und tauschten uns unsere neusten Musikentdeckungen aus.
Kurz nach zehn brach ich zum Potsdamer Platz auf. Eine bekannte Route – Routine?!
Ich ging zuerst zum Akkreditierten-Ticketschalter & holte mir ein Ticket für die morgigen Vorstellung von „Reaching for the moon“. Und dann fragte mich der Typ am Schalter, was ich heute um 16:00 Uhr vorhabe. Ich entgegnete: „Weiß nicht!“ & so gelangte ich noch zu einem Ticket für die Weltpremiere des chilenischen Films »Gloria«, der im Wettbewerb läuft.

»Vergiss mich nicht« & »Puppe, Icke & der Dicke«

Meine Kinotag begann mit dem Film »Vergiss mich nicht«, ein Dokumentarfilm von David Sieveking über den letzten Lebensabschnitt seiner an Alzheimer erkrankten Mutter. Spannend war, dass der Film nicht nur das Fortschreiten der Krankheit beschrieb, sondern vielmehr die Lebensgeschichte seiner Eltern, seiner Familie erzählte.
Es gab sehr viele berührende, humorvolle, politische, nachdenkliche Momente, die diesen Film zu einen Dokumentarfilmerlebnis machen.

Ich blieb im Kino sitzen & schaute mir als nächstes »Puppe, Icke & der Dicke«. Ein Film über die liebenswerten Losertypen zwischen Paris & Berlin. Der Film, zugeschnitten auf den Hauptdarsteller, erzählte sehr humorvoll die Odysee vom kleinwüchsigen Kurierfahrer Bomber, der in Paris den stummen Dicken mit nach Berlin mitnimmt & während der Reise stößt auch noch die blinde Europe dazu, die in Berlin den Vater ihres Kindes suchen will.
Der kurzweilige, sehr humorvolle Film wurde in tollen gelbstichigen Farben gezeichnet, es wurde Deutsch, Französisch, schlechtes Englisch gesprochen und er wartetete mit einer sehr lustig-schrulligen Filmmusik aus.

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»Gloria«

Dann ging es auch schon weiter. »Gloria« wartete im Berlinale-Palast auf mich. Der chilenische Film über die jung gebliebene Mit-50igerin Gloria, die getrennt von ihrem Ex-Mann lebt, zwei erwachsene Kinder hat, ihren Alltag managet, Singelparties besucht, gern tanzt & noch nicht zu alt ist für die Liebe.
Eines Abends lernt sie auf der Tanzfläche den sie den sieben Jahre älteren Rodolfo kennen & landen im Bett. Sie gehen eine Liebesbeziehung ein, die aber bald Risse bekommt, da sich Rodolfo nicht von seiner Exfrau und seinen Töchtern lösen kann & Gloria ihnen gegenüber verleugnet.
Doch Gloria gibt der Beziehung eine Chance. Bis er auf der Geburtsfeier von Glorias Sohn einfach verschwindet. Nach diesem Bruch gibt Gloria ihm eine erneute Chance, aber verschwindet wieder wortlos & sie bleibt allein am Tisch im Restaurant sitzen. Nach ihren nächtlichen Absturz emanzipiert sie sich & geht ihren Weg allein weiter.
Für ihre Rache an Rodolfo gab es Szenenapplaus. Auch sonst war der Film sehr erfrischend & feinfühlig. Die Hauptdarstellerin spielte großartig. Unbedingt anschauen.

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Anschließend gab es noch ein Ferkelfoto auf dem roten Teppich & ich aß mit Jacqueline noch ein Eis, bevor sie wieder nach Magdeburg fuhr. Ich setzte mich in die Cinemaxx-Lounge & beobachte das dort verkehrende Publikum. Sehr viele Filmschaffende eingebettet in ihrer eigenen Welt.

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»Jury« & »Behind the Camera«

Zwei letzte Filme warteten auf mich: »Jury« & »Behind the Camera« – zwei koreanische Filme bei der das Vor & hinter der Kamera so ineinander verwoben war, dass die zuschauende Personen irgendwann nicht mehr wussten, was gespielt & was die wirkliche Persönlichkeit der spielenden ist.
Das Konzept von »Behind the Camera« gefiel mir, aber Film hatte auch seine Längen.
Auch für mich war dann ein länger Filmtag vorbei & nahm die Bahn heim & fiel erschöpft aufs Sofa.
Morgen galt es für mich wieder früh aufzustehen & Ferkel an die Ghana-/Togo-Reisenden zu übergeben.

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