Im Kino den Mond gesehen.

Berlinale-Karten.

Was ist denn das für ein Geräusch? Woher kommt die Melodie? Ich brauchte ein paar Minuten, um zu realisieren, dass bereits ein neuer Morgen angebrochen war & ich aufstehen musste.
Schnell ins Bad, Tee & Kaffee gekocht & mit Babette ein kurzes Meeting in der Küche abgehalten. Dann musste ich auch schon los – die Ferkelübergabe stand bevor. ;(
Mit der S-Bahn ging es zur Haltestelle Berlin-Charlottenburg, wo auch die beiden anderen Ghana-/Togo-Reisenden ankommen sollten. Pünktlich erreichte ich die Haltestelle. Doch wo war der Zugang zu den Gleisen 1 & 2? Durch Bauarbeiten waren diese im Bahnhof nicht direkt zu erreichen. Ich lief einmal um den Bahnhof herum, aber auch da kein Zugang zu den Gleisen. Aber irgendwie fanden wir uns dann doch noch rechtzeitig & ich konnte die Pässe mit den Visa und Ferkel für die Afrika-Mission überreichen. Ein letztes Winken an meinen Kleinen & Glückwünschen für eine erfolgreiche Reise für alle. Dann trennten sich unsere Wege. Wenn es Internet gibt, wird Ferkel Reiseimpressionen senden.

»Schuld sind immer die anderen«

Dann zum Potsdamer Platz & schauen, welche Akkreditierten-Tickets ich heut bekomme: einmal Camille Claudel für Dienstag Abend um 22:00 Uhr.
Dann nach Hause & noch ein paar Stunden Schlaf nachgeholt, bevor um 13:30 Uhr mein erster Film für heute startete.
Als erste sah ich mir den dt. Film »Schuld sind immer die anderen«, bei der Ben die Möglichkeit bekommt, seine Strafe im familiären »Waldhaus« abzugelten, anstatt in der Strafvollzugsanstalt. Er hat ein langes Gewaltstrafenregister vorzuweisen. Nach einer Eingewöhnungsphase nimmt er die ihm hier gebotene Chance an, bis Eva, die Hausmutter, von der Kur zurück kommt. Sie ist eins seiner damaligen Opfer. Evas Fall – Raubüberfall mit schwerer Körperverletzung, konnte bisher nicht aufgeklärt werden, da die Täter nie gefunden wurden.
Wird sich Ben zu erkennen geben? Wird Eva ihm verzeihen können?
Ein gut gemachter Film (außer die geschminkten Wunden im Gesicht von Ben), der sehr viel Raum für die Spielenden & deren (innere) Konflikte gibt. Anschauen.

Es ging weiter mit dem Film »Die Kirche bleibt im Dorf«. Ein lustiger, klamaukiger Film in schwäbischer Mundart. Zwei Dörfer, in einem steht die Kirche, im anderen liegt der Friedhof. Die beiden Ortschaften sind seit Jahren verfeindet. Aufgrund eines Schlagloches an der Dorfgrenze kommt die Oma zu Tode & ein reicher Amerikaner kommt ins Dorf & will die Kirche für fünf Millionen kaufen.
Ein kurzweiliger Film, der viele Überraschungen & Absurditäten bereit hält. Eine Serie mit zwölf Folgen ist bereits abgedreht.

Anschließend schaute ich mir den Film »Schutzengel« von & mit Til Schweiger. Ein Actionfilm über den ehemaligigen Afganstistan-Soldaten Max, der die 15-Jährige Kronzeugin Nina beschützen soll, die beobachtet hat, wie ein internationaler Waffenhändler ihren Freund umbrachte. Der Film war mit vielen dt., vornehmlich männlichen Filmgrößen besetzt. Auch Schweigers Kinder spielten wieder mit.
Prozentual wurde am meisten geschossen und sich auf mögliche Kämpfe vorbereitet. In der übrigen Zeit ging es um Max als Soldaten: »einmal Krieger, immer Krieger.« Und seinem Trauma, Konflikte durch Waffengebrauch lösen zu müssen – zur Verteidigung versteht sich.
Der Film ging drei Stunden & hatte dadurch viele überflüssige Längen – sowohl in den Schuss-, als auch in manchen Dialogszenen. Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, Soldaten, die durch ein Kriegstrauma gezeichnet sind, so darzustellen – als einen deutschen Rambo.

20130212-180850.jpg

»Reaching for the Moon«

Ich gönnte mir eine kurze Pause und freute mich auf den Film, der im Friedrichstadtpalast lief: »Reaching for the Moon«. Ich wurde nicht enttäuscht. Mehr noch, ich war am Ende sehr beflügelt.
Der brasilianische Film vom Regisseur Bruno Barreto erzählt die Geschichte der Lyrikerin Elizabeth Bishop, die auf der Suche nah Inspiration nach Rio de Janeiro reist, um dort ihre Studienfreundin Mary zu besuchen. Diese lebt mit ihrer Lebensgefährtin, Architektin Lota de Macedo Soares, in den Bergen. Elizabeth ist überrumpelt, schüchtern bei der brasilianischen Sinnlichkeit. Durch eine allergische Reaktion auf Nüsse ist die Lyrikerin gezwungen, länger an diesem Ort zu verweilen. Lota & sie kommen sich näher. Die Architektin drängt Elizabeth zu bleiben & mit ihr & Mary in einer Dreiecksbeziehung zusammen zu leben. Mary ist eifersüchtig, Elizabeth bleibt. Für Jahre. Immer stärker ist Elizabeth dem Alkohol zugetan, schreibt aber gleichzeitig einige ihrer schönsten Gedichte. Für ihr Werk erhält sie den Pulitzer-Preis.
Als Lota die Gestaltung des Parque do Flamengo in Rio – ihr größter Auftrag- beginnt & Elizabeth einen Lehrauftrag in New York annimmt, gerät die Ménage-à-trois ins wanken & zerbricht. vorallem die selbstbewusste Lota kann nicht mit dieser Situation umgehen.
Der Film, eine Hommage an diese beiden Frauen, bezaubert durch die Bilder & die starke Spielweise der beiden Hauptdarstellerinnen.

Es gab Standing Ovations: 20130212-180907.jpg

Berauscht verlies ich das Kino & fand mich in einer S-Bahn mit Eiserne Union-Fans wieder, die Luft Alkohol-geschwängert. Eine halbe Stunde später war ich daheim & fand eine von innen verriegelte Tür vor. Alles Klingeln & Anrufen war vergebens. Erst lautes Rufen & klopfen an der Hintertür weckte meine Hausherrin & bewog sie, die Tür zu öffnen. Gott sei Dank & Gute Nacht.

20130212-180923.jpg

MerkenMerken

MerkenMerken

More from kiraton.

Das Jahr beginnt mit dem Januar. Ein fotografischer Rückblick.

Irgendwie vergeht die Zeit im neuen Jahr ebenso schnell wie in 2014....
Weiterlesen

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu