In den Bergen und dem ländlichen Indien ein Stück näher.

In den Bergen und dem ländlichen Indien ein Stück näher.
In den Bergen und dem ländlichen Indien ein Stück näher.

Nachdem wir in der Nacht erst durch laute Musik und lautes Geplapper der Hotelmitbewohner_innen wach gehalten wurden, wurden wir morgens durch die Badgeräusche gegen halb sechs geweckt. Also eins muss man den Inder_innen lassen: abends feiern und morgens sehr früh aufstehen können sie.
Geweckt wurde ich allerdings auch durch eine Durchfallattacke. Die zog sich dann ne ganze Weile hin. Aber dank der Tabletten von Elke bekam ich es im Laufe des Tages hin. Geschwächt war ich natürlich. Darum gab es für mich heut morgen nur trockenes Toast. Torsten lies sich ein Masala-Omlette schmecken. Dabei checkten wir unsere Mails. Und das war auch gut so. Irgendwer hatte bei Torsten via Paypal Geld abgebucht: vier mal 55,00 €. Wir meldeten den Fall online und hoffen, dass das Geld schnell auf Torstens Konto zurück transferiert wird.
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Kurz nach halb zehn starten wir dann endlich zur Weiterreise. Erst durch den dichten Stadtverkehr, dann ein Stück Schnellstraße und schließlich quer durch die Lande. Wir fuhren durch kleine Dörfer. Die Frauen trugen ganz andere Saris. Viel mehr pink und orange. Viele trugen – für diese Gegend typische – riesige runde Nasenringe. Schön sah das aus. Auch die Männer waren einfach gekleidet. Sie liefen entlang der Straße, trieben Kühe oder Ziegen (manchmal auch Schafe) vor sich her, trugen riesige Wasserkrüge auf den Köpfe, Heu oder Brennholz. Manche saßen auch einfach nur am Wegesrand. Manchmal sahen wir Kinder, die uns grüne, kienapfelähnliche Früchte anboten. Frauen und Kinder wuschen in kleinen Schüsseln, an Wasserstellen mit Wasserpumpe oder an kleinen, durch den Monsun entstandenen, Seen ihre Wäsche. Immer wieder Menschen, die die Felder abernteten oder bestellten. Einige lockerten den Boden auf. Dazu hatten sie zwei Ochsen vor einen kleinen Holzflug gespannt, auf dem sie hinten drauf standen. Wir beobachten einen Mann der einen Ochsen vor ein Kreisförmiges Gerät gespannt hatte und an deren einem Ende kleine Schöpfeimer installiert waren. Er trieb den Ochsen an, im Kreis zu laufen und förderte somit das Wasser zu Feldbewässerung nach oben. Es ging vorbei an Zuckerrohrfelder, Bananenplantagen und Mangobäumen.
Wir kamen zum Fort Kumbahgarh, welches sich mit seiner 32 km langen, und sehr dicken Steinmauer vor uns auftürmte.
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Nach RS 200 Eintritt liefen wir den steilen Weg nach oben in die eigentliche Festung. Wir gingen durch Holztore hindurch, die mit Metallnägeln zur Abwehr von Elefanten ausgestattet waren.
Die Festung selbst hatte nicht viel zu bieten außer ein paar leeren Räumen, in denen es mal wieder von einigen für diese Gegend typischeSchulklassen wimmelte (Torsten ging gerade eine dunkle, enge Treppe hinunter, als er von der Meute umzingelt war. Sie riefen laut „Hello! Hello!“ und freuten sich wie wild). Dafür war der Blick auf die umliegenden Berge, Täler, die Fortmauer, das kleine Dorf unterhalb der Festung und die ringsherum verteilt liegenden Tempel grandios!

Der letzte Tropfen. Fotocollage, 80x60 C-Print, matt
Der letzte Tropfen. Fotocollage, 80×60 C-Print, matt
Wir beobachten einen Mann der einen Ochsen vor ein Kreisförmiges Gerät gespannt hatte und an deren einem Ende kleine Schöpfeimer installiert waren. Er trieb den Ochsen an, im Kreis zu laufen und förderte somit das Wasser zu Feldbewässerung nach oben.

Ursprünglich wollten wir noch ein Stück entlang der Mauer gehen oder in einen Tempel, aber wir waren zu schwach…Danach ging es weiter Richtung Ranakpur. Eine steile Serpentinestrecke ging es hinab. Immer wieder ein paar Hausansammlungen und Menschen, die arbeiten oder entlang der Straße etwas heim trugen. Ab und zu Affen am Straßenrand , die neugierig ins Auto lugten. Zwischendurch Gegenverkehr, bei dem wir immer mal wieder den Atem anhielten (einmal manövrierten sich zwei große Busse vor uns auf der engen Straße halsbrecherisch aneinander vorbei). Schließlich erreichten wir unsere heutige Unterkunft für die nächsten beiden Nächte: das Hotel Roopam Ranakpur. Kleine Bungalows mit Balkonen inmitten der Wildnis. Ringsherum bunte Vögel, Schmetterlinge und die kleinen Hörnchen. Traumhaft.
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Während ich mich auf dem Zimmer ausruhte und schlief, um wieder zu Kräften zu kommen, spazierte Torsten zu einem nahegelegenen See. Hierzu musste er ein wenig bergan und durch waldiges Gebiet und wurde mit einer weltentrückten Sicht auf den See belohnt. Er bliebt eineinhalb Stunden bis die Sonne unterging. Dann schnell heim, da es hier wilde Tiere wie Leoparden, Bären, etc. gibt. Während er so am See saß und die bunten Vögel beobachtete, kam drei kleine struppige Jungen vorbei, die ihre kleinen Angelruten in den See warfen. Natürlich umwarben sie auch Torsten, baten um Schokolade und riefen »Hello!« – aber nicht aufdringlich. Als Torsten ging gab er ihnen noch ein paar Geldstücke über welche sie sich riesig freuten.
Abends ließ ich mir zum Tee trocknes Weißbrot schmecken, während Torsten irgendetwas undefinierbares aß.
Danach zu Abwechslung mal wieder eine heiße Dusche – da tat gut, denn ich war schon ein wenig durchgefrorene aufgrund des Elektrolytemangels. Torsten machte noch paar Sonnengrüße & Dehnungsübungen & dann ab ins Bett.

 

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