Jaipurs Paläste.

Jaipurs Paläste.
Jaipurs Paläste.

Heute klingelte unser Wecker Gegen acht. Wir wurden natürlich schon eher durch die Morgengeräusche der Inder*innen geweckt. Diese pflegen zur inneren Reinigung morgens allen Schleim hoch zu würgen & auszuspucken. Wenn es gesund hält, warum nicht. Die Inder*innen spucken auch viel & weit. Auch schnauben sie nicht die Nase, sondern ziehen den Schleim hoch und spucken ihn aus. Wenn sie vornehm sind, halten sie dafür ein Taschentuch vor den Mund. Viele Inder*innen kauen auch eine bestimmte Beere, von der sich die Spuckendann blutrot verfärbt. Also keine Angst, die spucken dann nicht wirklich Blut.
Nach der morgendlichen Reinigung mit Wassereimer & kleinem Schöpfeimer (seit Beginn unseres Aufenthalts nur mit kaltem Wasser) ließen wir uns von Albert zu einem kleinen, sterilen Restaurant fahren. Nach der morgendliche Stärkung – wir wurden am Hoteleingang vom Rezeptionisten & Albert gefragt, warum wir nicht zu Abend aßen & sie konnten nicht so recht verstehen, dass wir nicht hungrig waren – fuhr uns Albert als erstes zum Amber Palace. Ein Fort mit Palastanlage, welches sich auf den Bergen erhebt & mit einer riesigen Mauer ringsherum über die umliegenden Felsen umgeben ist.
Ein Pfad führt vom Dorf hinauf zu Anlage. Wer möchte, kann den Aufstieg mit bunt angemalten Elefanten zurück legen. Hierauf verzichteten wir natürlich. Es stimmt uns sehr traurig, als wir die schweren, wunderschönen Dickhäuter an uns den steilen Aufstieg in dieser Hitze hinauf mussten.
Oben angekommen bewanderten wir die Anlage. Es waren viele leere Räume, Gänge, Balkone teilweise komplett aus Marmor mit schönen Ausblicken in die Landschaft oder in die jeweiligen Innenhöfe. Einen kleinen, gepflegten Garten gab es hier. Die damaligen Privatgemächer vom Maharadscha & seiner Frau waren mit einem Mosaik aus Spiegeln & Buntglasscherben verziert.
Nachdem wir uns satt gesehen hatten, ließen wir uns von Albert zum etwas höher gelegenen Jaigarh Fort bringen, wo es die größte Kanone der Welt zu besichtigen gab. Hier gab es auch Affen. Natürlich boten sich von hieraus herrliche Ausblicke in die umliegenden Täler. Einige Räume der Palastanlage wurden restauriert: es gab ein Puppenspiel, es wurde mit Puppen höfische Essensszenen dargestellt, Sänften ausgestellt. Anscheinend gibt es in Indien noch eine etwas alte Form des Museumsaufbau & der -Pädagogik dazu: man musste sich an den vergitterten Fenstern die Nasen platt drücken, um etwas erkennen zu können, da die Fenster spiegelten. Wir sahen uns alles an & gingen dann zurück zum Auto.

Amber Palace
Amber Palace

Albert fur uns zu einem Stoffladen, wo uns die die für Rajasthan typische Blockpainting-Drucktechnik vorgeführt wurde. Natürlich sollte wir uns im Anschluss im Laden umschauen. Wir wollten ein paar Seidenschals erstehen. Die Auswahl war riesig. Nach langen Verhandlungen erstanden wir fünf für RS 1500. Der Händler wollte zunächst RS 3000 haben. Aber Torsten blieb hartnäckig & so ließ sich der Händler schließlich erweichen. Sicher hat er dennoch einen guten Gewinn gemacht. Anschließend ging es zu einem Juwelierladen, die typisch für Jaipur sein sollen. Der Händler breitete seine Schätze vor uns aus. Nachdem wir vieles gesehen hatten, entschied ich mich für einen in Silber eingefassten Star of India. Nach harten Verhandlungen zahlten wir hier RS 1700 statt RS 2800 und forderten den Händler noch auf, die seitlichen Verzierungen zu entfernen. Bis zum Abend wollte er dies erledigen & uns das Schmuckstück ins Hotel bringen.

Jaipur
Jaipur

Der nächste Programmpunkt war der City Palace. Dieser Raiputenpalast kennzeichnete die neue Bauweise Palastanlagen: nicht mehr mit wehrhaften Unterbau – man musste nicht mehr so viel verteidigen, aber dennoch verschwenderisch ausgestattet, welches den Reichtum der rajasthanischen Herrscherfamilien kennzeichnet. Viele Gebäudeteile waren aus Marmor. Es gibt hier zwei, jeweils 345 kg schwere Silbergefäße, die der Maharaja Madhu Singh II. für die Krönung Edwards II. von England anfertigen lies, um darin 9000 Liter Gangeswasser für die Feierlichkeiten transportieren zu lassen. Wir besichtigten außerdem das Waffenarsenal – die größte Waffenausstellung Indiens & Thronsaal, wo die einzelne Herrscher der vergangenen Jahre vorgestellt werden. Die Wände sind mit Blumenornamenten (teilweise wurde Goldene Farbe benutzt) bemalt, es hängen alte Teppiche an Wände, ein Kronleuchter von der Decke & Fotos sind hier natürlich nicht erlaubt.
Bevor wir uns das alles anschauten brauchte Torsten erst einmal eine Kaffee-Pause & einen kleinen Snack. Gestärkt & ein wenig entspannter schauten wir uns alles an & liefen nach der Palast-Besichtigung noch die Hauptstraße zum Hawal Mahal – dem Palast der Winde. Diesen hatte der Maharaja Pratab Singh II. für seine Haremsdamen gebaut, damit diese auf die pompösen Festumzüge schauen konnten, ohne selbst gesehen zu werden. Dieser rosa-orange getünchte, kaskaden-artige, bienenwabige Bau sieht schon recht imposant aus. Lange wollte ich hier aber nicht verweilen, da mich der Straßenlärm & -verkehr, die aufdringliche Händler nervten. Albert fuhr uns zum Hotel.

Wir suchten dann noch ein Internetcafé auf. Leider gab es hier kein Free WiFi. Wir versuchten es noch in einem Hotel & einem Restaurant. Dieses hatte zwar WiFi, aber ich konnte mich nicht einwählen. Da müssen die Tagebucheinträge auf ihre Onlineeinstellung noch ein wenig warten. Dafür gab es in dem Restaurant zum Essen noch traditionelle Musik & Tanz.
Im Hotelzimmer dann Dehnungsübungen, Meditation & mal wieder Stromausfall.
Und der Juwelier brachte mir mein neues Schmuckstück vorbei. Wirklich sehr schön.

Hier gibt es weitere Fotos:

 

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