Liebe in Marmor verewigt: das Taj Mahal.

Liebe in Marmor verewigt: das Taj Mahal.
Liebe in Marmor verewigt: das Taj Mahal.

Kurz vor halb sechs klingelte der Wecker. Verschlafen oder irgendwie wach, da so gut wie gar nicht geschlafen, da es in dem Hotelzimmer einfach zu laut war aufgrund der Hauptstraßennähe. Aber ich glaub, das stört nur die Menschen, die Ruhe/Stille gewöhnt sind. Ich habe in den letzten Tagen hier schon viele Inder*innen (meist Männer) am Straßenrand auf ihren Rikschas, oder Pappkarton liegen gesehen, die anscheinend tief & fest schlafen.
Nachdem wir uns ein wenig Wasser ins Gesicht gespritzt & die Zähne geputzt hatten, liefen wir kurz nach sechs Richtung Taj Mahal. Den ungefähren Weg hatte uns Albert gestern per Handzeichen bedeutet. Die ersten Inder*innen waren bereits wach, aber noch zu träge/bzw. Noch mit sich beschäftigt, so dass sie uns kaum ihre Dienste oder Waren feil boten. Am Ticketschalter kauften wir unser RS 750 teures Ticket & reihten uns in die entsprechenden Warteschlagen am Westtor ein. Es gibt welche für indische Frauen, Frauen aus anderen Ländern, für Indische Männer und Nicht-Inder*innen. Um 6:30 Uhr mit dem offiziellen Sonnenaufgang wurden die Eingangstore geöffnet. Erst Karten abreißen, dann Körperkontrolle & schließlich Taschenkontrolle. Wir durften alles behalten, sogar das Handy. Einzig eine Tüte Erdnüsse & – welch ein Schock – Ferkel wurden aussortiert. Ferkel durfte nicht mit rein. Spielzeug sei nicht erlaubt & die Wachleute wollten auch nicht verstehen, das der rosa Gefährte ein Talisman & Wegbegleiter ist. Er musste ins Schließfach.
Ein wenig geknickt betraten wir (vorallem ich) dann das Haupteingangsportal. Vor uns hatten dies schon viele tausend andere Menschen getan, entsprechend voll waren bereits die Wege. Der Anblick des Taj Mahal entschädigte aber alles. Es verzauberte uns durch seinen Anblick. Das Morgenlicht tat sein übriges.

Das Taj Mahal aus verschiedenen Perspektiven
Das Taj Mahal aus verschiedenen Perspektiven

Shah Jahan lies das Mausoleum für seine Lieblingsfrau erbauen, die mit 38 Jahren verstarb. Die Baukosten (das Taj Mahal ist fast ausschließlich aus Marmor erbaut & mit (Halb-)Edelsteinen verziert) waren so immens, dass sein eigener Sohn ihn schließlich absetzte & ihn acht Jahre – bis zu seinem Tod – im roten Fort in Agra einsperrte. Der Blick von Shah Jahan Arrestzelle war der aufs Taj Mahal. Schließlich wurde er neben seiner Lieblingsfrau begraben.
Wir staunten über jeden neuen Anblick auf das imposante Bauwerk. Es wirkte so makellos & rein. Immer wieder blieben wir stehen, um uns erneut verzaubern zu lassen. Nach drei Stunden verließen wir das Gelände.
Wir wollten in der Innenstadt nach einer Hotelalternative Ausschau halten. Das im Reiseführer als sehr gepflegt & mit toller Aussicht beschriebene Hotel Saniya Palace hatte sogar noch ein schönes Zimmer für uns frei. Dazu war es relativ leise, die die Zimmer nach innen liegen & der Blick vom Dachrestaurant aufs Taj Mahal ist einfach nicht zu toppen. Wir liefen bescheinet ins alte Hotel, packten unsere sieben Sachen zusammen & ließen uns von einer Fahrradrikscha zu unserer neuen Bleibe fahren.
Dort genossen wir erst einmal ein indisches Frühstück, (Ferkel bekam sein Taj Mahal-Foto), bevor wir uns von der Rikscha zu Albert zurück fahren ließen. Dort angekommen, zog wieder einer Festumzug an uns vorbei. Die buntverschmierten Kindergesichter waren ganz begierig & freudig fotografiert zu werden. Diesem Wunsch gaben wir nur allzu gern nach.

Rosa, Blumen & lachende Kinderaugen beim Durga-Fest.
Rosa, Blumen & lachende Kinderaugen beim Durga-Fest.

Albert fuhr gegen eins mit uns zum Agra oder auch rotes Fort. Dieses galt es nun zu besichtigen. Wir schlenderten zunächst durch den Garten & dann durch den eigentlichen Palast, welcher immer wieder tolle Blicke auf Taj Mahal bot. Man konnte den möglichen Schmerz Shah Jahans nachfühlen, welchen er bei dem Ausblick von seiner Arrestzelle hatte.

Das rote Fort.
Das rote Fort.

Manche Inder_inneren machten heimlich von uns Fotos, während uns andere mit freudestrahlenden Gesichtern fragten, ob sie sich mit uns Fotografieren lassen können. Aber gern doch. Wir sind sehr fotogen.
Anschließend ließen wir uns von Albert zum Itimad-ud-Daula fahren, ein Mausoleum für Mirza Ghiyas Beg & seine Frau, welches seine Tochter für ihn erbauen lies. Die Qualität des Bauwerkes übertrifft die des Tja Mahal. Wir konnten uns gar nicht satt sehen an den filigranen Marmorintarsien. Torsten umrundete das Innere des Mausoleums gleich vier mal. Anschließend gab es von hier aus noch einmal einen schönen Blick über den Fluß Yamuna.

Das Itimad-ud-Daul
Das Itimad-ud-Daul

Zum Abschluss des Tages fuhr uns Albert zum Garten gegenüber des Taj Mahal. Es boten sich noch einmal unvergessene Anblicke auf dieses umwerfende Bauwerk. Wir verweilten eine Weile auf einer Anhöhe am Yamuna- Ufer (ganz heran kamen wir nicht, da dies abgesperrt war). Wir beobachteten das quirlige Treiben am anderen Ufer um Taj Mahal herum und sahen eine Durga-Prozession, bei der die Statue am Ende dem Fluss übergeben wurde.
Dann ging es langsam zurück,  ein letzter Blick auf den Marmorkollos & noch einer, ein paar letzte Touri-Fotos vom Monument & dann ging es mit dem Auto zurück zum Hotel. Hier beobachteten wir wieder das Treiben am Straßenrand & waren mal wieder beeindruckt, das kein Unfall auf den vollen Straßen geschah.
Unser Abendessen ließen wir uns auf der Dachterasse schmecken & Torsten verabschiedete den Tag mit ein paar Sonnengrüßen, während ich diese Zeilen schrieb.
Morgen geht’s gegen neun weiter. Wir sind gespannt.

Weitere Fotos gibt es hier:

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5 Comments

  • Wow na hoffentlich hat Ferkel jetzt kein Trauma, er wurde ausgesperrt oder besser noch eingesperrt;o) wahrscheinlich dachten die er ist ein Bombenträger hi hi
    Die Kinderfotos sind toll, alle wirklich alle lachen, da habt ihr euch ja die richtige Zeit mit dem Fest ausgesucht! Hat mich ein bisschen an Alhambra erinnert, die schönen Fliesen und Verzierungen, ja das sieht schon toll aus. Das mit dem Krach kann ich jetzt auch nachvollziehen, nach einigen Nächten am Hasselbachplatz und DDR-Fenster :o/ die Ruhe hier ist wirklich extrem schön.

    Grüße an F & T oder T & F? ;o)

    • Ferkel wird es überleben. Er wird ja dafür an anderer Stelle viel bewundert.
      Ja mit dem Fest hatten wir echt Glück. Außer in Agra wird es nur noch in Mumbai gefeiert & eben nur an diesen zwei Tagen.
      Und Thema Lautstärke: nimm den Lärm vom Hassel & potenziere ihm mit Hupen 😉 ( siehe Videos). 😉

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