Lille. Kulturhauptstadt. Kunst. Straßenaktionen. Genießen. Instatour.

La Piscine und die Maison Folies

via Instagram.

Wir streifen durch die Straßen. Es ist kurz nach sieben und wir sind auf dem Rückweg. Lassen uns treiben. Schauen durch Fenster einer Boulangerie-Pâtisserie. Das Brot muss köstlich sein. Und die kleinen Küchlein erst. Wir, das sind Nadia, Christian, Steff, Ferkel und ich. Und wir sind in Lille. Franzi gehört auch dazu. Aber sie ist gerade mit einigen anderen andernorts in Lille.

Das Straßenbild hat sich gewandelt: die Geschäfte und die Menschen, die hier unterwegs sind. Während vorhin leckere türkische Backwaren im Schaufenster im Stadtteil Wazemmes auslagen oder beim Metzger das Beste vom Tier, finden wir hier einen Supermarkt für italienische & spanische Spezialitäten. Wir kaufen ein paar Walnüsse, Feigen & etwas zu trinken.

»Ohh, lasst uns durch diese Gasse hier gehen, die sieht doch nett aus.« sagt Christian und wir folgen ihm. Nadia beugt sich nach unten, fotografiert den Boden und das Grün an der Mauer. Steff bietet und uns ein paar Nüsse an. Auch ich mache Fotos von Straßenbelegen.

Lille Impessionen.

 

Wir schlendern weiter Richtung Norden und auf einmal sind wir an der Zitadelle. Wir gehen ein Stück durch den Park und dann kehren wir in eine nettes Lokal, dem Guinguette de la Marine, direkt am am Wasser ein. Ferkel ließ sich sofort auf einer Schaukel nieder. Wir bestellen uns gebackenen Camembert, Pommes und/oder Salat. Lecker. Dazu gibt es belgisches Bier – wer mag – oder Tee. Wir werten die vergangenen Tage aus . …

Mit unseren Freiwilligen fuhren wir in der letzten Mai-Woche in die ehemalige Kulturhauptstadt Lille. Ursprünglich wollten wir in eine der aktuellen europäischen Kulturhauptstädte fahren. Die waren aber zu weit weg, um diese möglich kostengünstig für über 60 Personen und in einem angemessenen Zeitrahmen zu erreichen. Wir recherchierten und kamen schließlich auf Lille. Lille war 2004 Kulturhauptstadt und thematisiert es seitdem immer wieder. Darüber hinaus feiert die Stadt in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum des Titels und hat(te) daher ein paar besondere Dinge geplant. Alles gute Gründe, dies im Rahmen einer FSJ Kultur-Seminarfahrt zu thematisieren.

Und nun waren wir hier … unser vierter Tag: erster Tag Anreise (und mein Geburtstag), am kommenden Tag wurden wir von Studierenden durch die Stadt geführt und es gab Angebote, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Am Dienstag sprachen wir mit Kathrin Müller, einer der Mitgestalter_innen von Lille als Kulturhauptstadt, die nun im Projekt Lille 3000 mitwirkt. Nun stand sie uns Rede und Antwort. Außerdem besuchten wir am gleichen und am Mittwoch die Museen La Piscine, das LaM – Lille Métropole Museum für Moderne Kunst, oder das Palais de Beaux Arts. Auch die verrückten Häuser Maison Folie de Moulins, Maison Folie Wazemmes und Gare Saint Sauveur – konzipiert, während Lille Kulturhauptstadt war – schauten wir uns an. Insgesamt bisher ein sehr vollgepacktes Kulturpaket.

Anreise und mein Geburtstag
Anreise und mein Geburtstag
LaM – Lille Métropole Museum für Moderne Kunst
LaM – Lille Métropole Museum für Moderne Kunst
Unterwegs durch die Ausstellungen
Unterwegs durch die Ausstellungen
La Piscine und die Maison Folies
La Piscine und die Maison Folies
Unterwegs in #Lille. Vor der Bar, in der sich die beiden aus "Blau ist eine warme Farbe" kennen gelernt haben, waren wir auch. :) // http://instagram.com/p/oeZUKbotyP/
Unterwegs in #Lille. Vor der Bar, in der sich die beiden aus »Blau ist eine warme Farbe« kennen gelernt haben, waren wir auch. 🙂
La Piscine und die Maison Folies
La Piscine und die Maison Folies

Während wir nun fußlahm und uns Salat und Pommes in den Mund schiebend beieinander saßen, berichteten wir uns u.a. jeweils von den verschiedenen Kunst- und Ausstellungserlebnissen, die uns beeindruckt hatten. Da kam einiges zusammen: Annette Messager im LaM war eine meiner Entdeckungen. Christian und ich schwärmten von der temporären Meret-Oppenheim-Ausstellung im gleichen Haus. Steff und Christian waren auch sehr begeistert vom Palais de Beaux Arts. Hier hat die Band Air für jeden Ausstellungsraum eine eigene Melodie komponiert. Steff und Christian waren von der Musik beseelt, während sie beispielsweise auf die riesigen Rubens-Bilder schauten. Nadia und ich wiederum waren auch sehr angetan vom La Piscine, welches Anfang dieses Jahrhundertes von einem alten Schwimmbad in ein Kunstmuseum umgebaut wurde. Die Ruhe, die dieses Schwimmbad mit seinen Art-Deco-Elementen ausstrahlte beeindruckte uns, ebenso wie die Ölschinken, die die Zeit Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts gekonnt einfingen. Auch Plastiken u.a. von Camille Claudel konnten wir hier bewundern.

#Kunst. #Art. LaM // http://instagram.com/p/ogkJ-_It4o/
#Kunst. #Art. LaM
Meret Oppenheim, & ich.
Meret Oppenheim, & ich. Meret Oppenheim im L.A.M. It was awesome. I’m soooo happy.
Lille 3000
Lille 3000
Unterwegs in Lille.
Unterwegs in Lille.

Und vorhin dann die verrückten Häuser mit ganz viel Kunst zum Anfassen, Erleben und Mitmachen. Einfach nur toll.
Wir zogen ein Zwischenfazit: Lille hat viel zu bieten und in jeder neuen kleinen Gasse könnte ein neues Abenteuer lauern.

Streetaction.
Dieses konnten wir am Ende der Reise nur bestätigen, denn auch die kommenden Tage erlebten wir noch einige aufregende Dinge. So arbeiteten wir am Donnerstag gemeinsam mit unseren Freiwilligen in unterschiedlichen Workshops: im Hörfeature-Workshop zeichneten die Jugendlichen die Geräusche von Lille auf und in der Fotografie-Arbeitsgruppe hielten die Freiwilligen das Besondere, das bisher Übersehende, Gesichter der Stadt und vieles mehr mit der Fotokamera fest. In zwei weiteren Workshops erprobten die Teilnehmenden unterschiedliche Straßeninterventionen und kreative Straßenprotestaktionen, die wir am Freitag in der Innenstadt Lilles in die Tat umsetzten. Ein voller Erfolg: alle knapp 60 Freiwilligen setzten die Ideen der Vorbereitungsgruppen um und die Passant_innen blieben erstaunt stehen und fotografierten, fragten nach oder warfen Müll in unseren singenden Mülleimer. Den krönenden Abschluss war Funky Chicken, was wir mit allen und einigen spontanen Teilnehmer_innen auf dem zentralen Platz zelebrierten.

Anschließend schlenderten wir noch über den Bücherflomarkt, erstanden zwei Wonder-Woman-Comics für Ferkel und abends einen Wein in Fify’s Wine Bar und gute Musik gemeinsam mit den Freiwilligen im Guinguette de la Marine genießen.

Am Ende der Reise – Steff, Christian, Franzi, Nadia und ich saßen bei Baguette, Käse und Tomaten im Bus beieinander und wir werteten die Reflexionsbögen aus – konnten wir unser Zwischenfazit nur bestätigen. Lille ist eine tolle Metropole und hat sehr viel zu bieten. Achja und wir müssen noch einmal hin, da wir längst nicht alles geschafft haben, uns anzusehen und zu genießen.

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Und in welche (ehemalige) Kulturhauptstadt fahren wir im kommenden Jahr?

In welchen Kulturhauptstädten warst du bereits?
Welche sind zu empfehlen?
Wo hallt, deiner Meinung nach, der Titel Kulturhauptstadt auch heute noch nach?

Schaukeln. swaying back and forth. #sway #schaukel #lille #swing // http://instagram.com/p/o8zYlyot5t/Übrigens, diesen Beitrag hab ich im Rahmen #igTravelThursday-Blogprojekts von Instagram Travel Thursday geschrieben. Hast du auch Lust mitzumachen? So gehts: 1. Blogpost über Instagram und Reisen schreiben – 2. Einen Link zur einem der #igTravelThursday Hosts setzen – 3. Deinen Blogpost via Link-Widget, aka Linky hinzufügen – Weitere Infos findest du HIER. oder HIER.

 

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1 Comment

  • Das Konzept der Kulturhauptstadt geht erst auf, wenn auch einige Jahre nach der Regentschaft noch einiges an kreativ-künstlerischen Dingen entdeckt werden kann. Dann funktioniert auch die Partizipation der Menschen an einem kulturellem Prozess. Kreativität die lebt! Also auf nach Lille – ist auf alle Fälle einen Besuch wert!

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