Macbeth. Die erste Woche Sprechproben.

Magdeburger HexenWie ihr vielleicht schon mitbekommen habt (wenn nicht, dann jetzt), werde ich mit der Lady Macbeth auf der Bühne stehen. >> ja auf den Brettern, die die Welt bedeuten.
In diesem Jahr jährt sich der 200. Geburtstag des Komponisten Verdi. Dies veranlasste das Theater Magdeburg dazu, seine Oper »Macbeth« ins Opernhaus zu bringen.
Oper und heutige Realität werden in dieser Inszenierung zusammen gebracht und so singen nicht nur die Hexen, Lady Macbeth und Macbeth. Nein, das Ganze wird ergänzt durch einen Sprechchor, bestehend aus 15 »Magdeburger Hexen«, die auf der Bühne »ihre Erfahrungen mit (Männer-)Macht in den unterschiedlichsten Bereichen öffentlich machen.«
Und ich werde Teil dieser  »Magdeburger Hexen« sein.

Macbeth // das Proben beginnt.
Macbeth // das Proben beginnt.
»Nehmt dies als Richtschnur: in dieser Oper gibt es drei Rollen, und es können nur drei sein: Lady Macbeth – Macbeth – der Hexenchor. Die Hexen beherrschen das Drama, alles stammt von ihnen.« (Giuseppe Verdi am 08.02.1856)

In der vergangenen Woche begannen die Proben. Ich traf viele Frauen wieder, die ich bereits beim Casting im April 2013 traf. Wir wurde von der Intendantin Frau Stone begrüßt und sie stellte sogleich das Team vor, mit welchem wir nun in den nächsten Wochen zusammen arbeiten würden. Da sind zum einen Volker Lösch zu nennen, der die Regie für dieses Stück übernimmt, Herr Bernd Freytag, welcher der Leiter unseres Hexenchores ist, Carola Reuther, die sich interessante Kostüme ausdenkt, sowie den Dramaturg Stefan Schnabel. Hinzu kommen noch Oliver und Achim, die die Regieassistenz übernehmen. (Die anderen Personen werden wir erst im fortschreitenden Probenverlauf kennen lernen.)

Nun treffen wir uns unter der Woche jeden Abend ab 17:00/18:00 Uhr für drei Stunden und studieren fleißig Texte ein, die aus unserem »Hexenchor« entstanden sind. Dies ist interessant (der Prozess) anstrengend (Textpassagen mit Pausen, Betonungen, etc. gleichzeitig mit 14 anderen Frauen sprechen), geht an die Substanz (Inhalt/Hintergrund der Texte) und ist sehr bereichernd.
Die Texte und Geschichten, die später auf der Bühne vortragen werden, sind Gesprächsprotokollen zu Gesprächen & Interviews, die im Vorfeld stattfanden. Die Texte wurden transkribiert und dienen uns nun als Textvorlagen.
Da ich meine Interviews zu persönlichen Macht-/Ohnmachterfahrungen sowie Machtverhältnisse in der heutigen Zeit, gemeinsam mit zwei weiteren Frauen, erst in dieser Woche hatte, wühlte mich dies zusätzlich auf.

Als besonderes Highlight der letzten Woche präsentieren uns die Kostümbildnerin Carola Reuther und Volker Lösch die Kostümentwürfe. Einige waren irritiert, manche erstaunt und andere begeistert. Wir probten im Anschluss unseren ersten Auftritt auf der Bühne. Dies wird uns sicher dann noch einige Überwindungen kosten.

Nun gilt es am Wochenende für mich: durchatmen, Energie sammeln und zwei Texte auswendig lernen. Schackaaaa, da schaff ich!

Proben-Ferkel
Bitte Ruhe! Proben!

Am 02.11.1013 ist Premiere >> der Ausverkauf hat bereits begonnen >> schnell noch die besten oder günstigsten Plätze sichern!

Termine und Karten:
Sa, 02.11.2013 19:30 // Sa, 09.11.2013 19:30 // So, 17.11.2013 18:00 // Do, 28.11.2013 19:30 // Sa, 21.12.2013 19:30 // Fr, 04.04.2014 19:30 // So, 13.04.2014 18:00 // So, 27.04.2014 18:00

Macbeth Giuseppe Verdi
Melodramma in vier Akten

Libretto von Francesco Maria Piave
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
»Über Verbrechen geht der Weg zur Macht …« – Verdis »Macbeth« aus dem Jahre 1865 ist ein musikalisches Lehrstück über unser von Männern dominiertes Herrschaftssystem, das nicht nur die Welt, sondern zunehmend auch sich selbst zerstört. Vorwärtstreibende Kraft sind die Hexen, die die Mechanismen dieser Herrschafts- und Lebensform herausfordern, um die Männer-Welt zu zerstören. Die Hexen prophezeien Macbeth, dass er König werden wird – und der tut wie erwartet alles, damit diese Prophezeiung wahr wird. Am Ende hat sich das herkömmliche Machtsystem selbst erledigt, die Hexen haben ihr Ziel erreicht. Eine neue, eine andere Welt wäre jetzt denkbar.
Wie in Shakespeares Vorlage stehen auch bei Verdi die Hexen außerhalb der etablierten Machtzirkel und haben ein existentielles Interesse an gesellschaftlicher Veränderung. Hier setzt die Magdeburger »Macbeth«-Inszenierung an und lädt die Kunstgattung Oper mit heutiger Lebenswirklichkeit auf – durch die Hinzufügung eines Sprechchores aus »Magdeburger Hexen«, die ihre Erfahrungen mit Männermacht in den unterschiedlichsten Bereichen öffentlich machen. Die Opernbühne wird so zu einem Spielort, wo heutige Erfahrungen in einen spannenden Dialog treten mit den emotionalen Figurenporträts, die Verdi dem Publikum nahebringt. Das hat es in der Oper so noch nicht gegeben; es ist ein Experiment, um den politischen Komponisten Giuseppe Verdi anlässlich seines 200. Geburtstages zu ehren.

Musikalische Leitung GMD Kimbo Ishii-Eto
Regie Volker Lösch
Bühne Cary Gayler
Kostüme Carola Reuther
Video Jan Müller
Dramaturgie Stefan Schnabel, Ulrike Schröder
ML: Kimbo Ishii-Eto Darstellende: Adam Kim, Johannes Stermann, Undine Dreißig, Ute Bachmaier, Iago Ramos, Chan Young Lee, N. N., N. N., Jörg Benecke, Pawel Stanislawow, Margit Behrens, Anke Beiler, Ellie Engel, Annett Fischer, Rita Freudenberg, Angela Kolodziej, Sarah Kowallik, Renate Kuhn, Kirsten Mengewein, Kathrin Müller, N. N., Katharina Röhl, Annemarie Römer, Uta Volkmar, Ines Wilk-Ekim, Alexandra Will

Macbeth. Verdi. Eine Oper.
(Achja, es ist ein Melodrama, also stellt euch auf ein wenig »härtere/an den Nerven zerrende« Kost ein. Und es ist eine Oper. Es wird auf italienisch gesungen … mit deutschen Untertiteln.)

Die Bilder hängen.
Die Bilder hängen.

Und übrigens: meine Ausstellung »Incredible India« kann noch bis zum 10.10.2013 besichtigt werden. Am 12.10.2013 findet dann eine Finissage mit Bildversteigerung (für einen guten Zweck), Mehndi- (Henna-)Malerei, netten Gesprächen, und, und, und statt.

Wie die Ausstellungseröffnung war, könnt ihr hier nachlesen.

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