Macbeth. Die fünfte Woche (Sprech-)Proben.

Ruhe.
Ruhe.

Wow, mittlerweile ist schon die fünfte Probenwoche um, ich kann vier von sechs (sieben) Texten mehr oder weniger gut – im Chor ist es leichter.

In der vergangenen Woche hatte ich Einführungsseminar mit meiner aktuellen FSJ Kultur-Gruppe in Niederndodeleben. Ein schönes altes Haus mit einem tollen Außengelände. Leider wurde es in der vergangenen Woche sehr kalt und es war windig. …brrrrrr … Umso schöner drinnen Zeit zu verbringen. Neben einer (über-)vollen, bunten, kreativen, kommunikativen, emotionalen, nachdenklichen, leckeren, lustigen Seminarwoche mit tollen jungen Menschen hatte ich auch wieder spannende, teils anstrengende und mitunter sehr lustige Theaterproben. Dies zerriss mich innerlich ein wenig. Ich wollte bei der Gruppe sein, wollte aber auch nicht allzuviel von den Proben verpassen. Auch ich hatte ich gegenüber dem Dramaturgen versprochen,  wenigstens zweimal den Proben beizuwohnen. Ich schaffte es (unter Zeitdruck) sogar dreimal zu den Proben – das erste Mal, weil Volker Lösch am Freitag vergangener Woche meinte, wir diskutieren die Schlussvarianten am Montag noch einmal.

Da wollte ich natürlich dabei sein und schaffte es Montag, leicht verspätet zu den Sprechproben. Das Gespräch wurde verschoben, da unser Regisseur erst gegen 21:00 Uhr an diesem Tag vor Ort sein würde. Davon erfuhr ich leider erst vor Ort. OK, dann kann ich wenigstens noch den Text mit proben. Jedes erneute Sprechen festigt den Text mehr in meinem Kopf.
Am Anschluss bereiteten wir uns noch – in einer Kleingruppe – auf die »Schluss-«Diskussion vor (was wollen wir sagen, was sind unsere Ideen, was ist uns wichtig).

Und wir bekamen einen neuen »Assistenten«:

Unser Regieassistent
Unser Regieassistent. Foto von Elli.

Mir ging es nicht gut. Ich hatte seit Sonntag Probleme mit meinem Magen und suchte am Dienstag – nach Seminarschluss – erst mal meine Ärztin auf. Sie wollte mich gleich krank schreiben. Ich wimmelte dies schnell ab, ließ mir allerdings etwas verschreiben und legte mich, zurück im Seminarhaus, sofort ins Bett – meine Wärmflasche fest an mich gekuschelt.

Auf dem Boden.Am Mittwoch Proben mit den Gesangshexen und im Anschluss wieder gemeinsames Proben der Texte – ohne Textvorlagen! Nun konnten wir verstärkt an unserem Ausdruck arbeiten. Wir standen in verschiedenen Formationen zusammen und sprachen die Texte. Im Anschluss sprachen wir über den Schluss und wir stellten unsere Alternativen vor und diskutierten diese. Letztendlich nahm Volker Lösch alle Ideen mit heim. Einige Hexen gingen mit Bernd, Volker und Oliver noch etwas trinken. Ich musste zurück zum Seminar und durfte noch tolle Dinge Upcyceln. So bekam Ferkel von mir ein neues T-Shirt. Auch die anderen schufen sehr kreative Dinge aus »Müll«.

Freitag – nach einem bewegendem Abschied von den Freiwilligen – erneut Sprechproben von 18:00 bis 21:00 Uhr. Im Anschluss wechselten wir die Probebühne und probierten Varianten für den Schluss aus.  Diese diskutierten wir schließlich ausführlich. Allen Anwesenden hatten andere Herangehensweisen und Sichtweisen auf den Schluss. Kann überhaupt noch etwas kommen? Darf da noch etwas kommen? Wollen wir mit einem Bild enden? Mit dem Sprechchor? Was soll dieser sprechen? Einen eigenen Text oder doch einen fremden? Ein feministisches Manifest? Ist es dann noch mit uns – den Magdeburger Hexen – in Verbindung zu bringen? Sind das dann noch wir? Doch zu dem Schluss kamen wir nicht.

Und plötzlich war es schon halb elf. Zeit für den Heimweg. Aber die Diskussion in einigen Kleingruppen ging weiter. Auch Rita, Alexa & mich lies das Ende nicht los. Wir diskutierten noch eine Weile allein weiter und schließlich noch mal mit dem Headquarter. Da kam uns die Idee auf, statt einem weiteren Text von uns, einen Text zu verwenden, der eigentlich für eine andere Szene geplant war. Dies wollten wir am Samstag austesten. Um halb zwölf war ich schließlich daheim.

Applausordnungen.
Applausordnungen.

Am Samstag durften wir etwas später zur Probe erscheinen. Erst probten wir mit der Lady und ihrer Kammerfrau zusammen und im Anschluss die anderen Texte szenisch auf der (Probe-)Bühne. Immer wieder laufen, sprechen, den gesprochenen Texten durch das Sprechen Gestalt geben. Hier die Stimme anheben, da leiser werden, hier schneller sprechen, diesem Wort Nachdruck verleihen, den Satz aggressiv sprechen, jenen mehr zu sich selbst. Als besonderes Highlight fuhren wir gegen 13:00 Uhr ins Opernhaus. Es regnete. Viele fuhren mit dem Auto. Ein paar ließen sich aber nicht abschrecken und nahmen das Rad. Pitschepatschenass und erfrischt kamen wir so gegen halb zwei vor Ort an. Nach einer kurzen Einweisung auf der Bühne mussten wir uns aufstellen und probierten die verbliebene Probenzeit einige Texte aus. Während wir vor dem Vorhang in einer Reihe standen – vor uns der »echte« Orchestergraben – und den ersten Text rezitierten und immer wieder andere Orte im Zuschauendenraum mit Blicken fixierten, wechselten Dramaturgie, Regisseur und Assistenz immer wieder die Plätze, umso einen umfassenden Blick zu erfassen. Indes dirigierte uns Bernd und gab immer wieder Anweisungen zur richtigen Betonung. Im Anschluss noch einen weiteren Textversuch. Sitzen, aufstehen, sprechen, sich Gehör verschaffen. Triumph.

Und dann war irgendwie endlich Wochenende. Nun wieder Texte lernen, Dinge aufarbeiten und ein wenig entspannen.

Ruhe.

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2 Comments

  • …ach Ferkel hat ein neues Tshirt ;o) was macht denn dein Magen, hoffentlich wieder besser? am 21.12. ist Anja schon in Neuseeland, das wäre schade, wenn sie nicht dabei ist.

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