Unbekannte Künstlerin | my diary 2015.

»Meine Bilder sind ein Ausgleich von Schmerz und Spaß, Trauer und Freude, Langeweile und Wunder-Momenten, Entspannung und Spannung. Meiner Auffassung nach herrscht absolute Gleichheit auf meinen Bildern. Da alles auf einem Bild gleichwertig ist, ein Stuhl und ein Mensch oder ein Baum.«

[unbekannte Künstlerin]

Als ich – Anfang Juli, vom Radfahren verschwitzt und gefühlt auf die letzte Minute zur Ausstellungseröffnung im Volksbad Buckau ankomme, werde ich herzlich empfangen. Die Künstlerin sitzt mit den anderen Gästen im Innenhof und als sie mich sieht, steht sie ganz selbstverständlich auf und heißt mich willkommen. Sie freut sich, mich zu sehen und kennenzulernen. Und nebenbei verrät sie mir noch, dass sie ein wenig aufgeregt ist, da es ihre erste Einzelausstellung in Deutschland ist.
Meine ganze Abgehetztheit des Tages fällt ab. Ich bin im hier und jetzt und freue mich hier zu sein. Wir plauschen noch ein wenig. Wir reden über die Kunst, wie es ist, in Deutschland zu leben und was das spannende an Magdeburg ist. Es ist heiß, wir warten noch auf einige Besucher:innen, die sich noch zur Ausstellungseröffnung angekündigt haben. Ich hole mir im Café ein Erfrischungsgetränk und schaue mir schon mal die Bilder an. Es sind Aquarelle, die mich umgarnen und einnehmen. Ich tauche ein in eine andere Welt – in die Welt der Künstlerin.
Auf ihren Aquarellen erzählt sie aus ihrem Alltag. Es sind Tagebuch-Einträge, Momentaufnahmen.

unbekannte Künstlerin | my diary 2015 // Foto: kiraton.com
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Die Künstlerin schreibt über ihre Werke: »Ich versuche in einer Welt mit vielen Problemen, Krieg und Ungerechtigkeiten eine ruhige Welt zu schaffen und den ZuschauerInnen zu zeigen, wo Frieden und innere Ruhe herrscht.« Themen wie Reise, Erinnerungen, Zwischenstopp, Einsamkeit, Krieg, Ungerechtigkeit, Freude, Einsamkeit und Entspannung finden sich in ihren Bildern wieder. Dabei bedient sie sich der Malweise der naiven Kunst. Ihre Bilder wirken leicht, mitunter unbekümmert, wäre da nicht immer wieder diese dunklen Farben und Farbschattierungen.
Die Darstellung der Gegenstände und Menschen wirkt einfach, wenige Schatten. Durch die Aquarell-Technik beginnt alles zu fließen. Doch schaut man genauer hin, merkt man, dass es genau so gewollt ist. Spricht man in der Naiven Malerei oft von den abgebildeten Wunschträumen, so stellt die Künstlerin in ihren Werken ihre Umgebung da, die sie genau beobachtet und aufs Papier bringt.

»Meiner Auffassung nach, herrscht absolute Gleichheit auf meinen Bildern. Da alles auf einem Bild gleichwertig ist, ein Stuhl und ein Mensch oder ein Baum.«
[unbekannte Künstlerin]

unbekannte Künstlerin | my diary 2015 // Foto: kiraton.com
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Als ich schließlich gehe, umarmt mich die Künstlerin. In dieser kurzen Zeit des Kennens sind wir Freundinnen geworden.

Liebe Künstlerin, ich danke dir für deine warmherzige Art und Offenheit. Es war mir eine Freude, dich kennenzulernen und ich freue mich, dich bald mal wieder zu treffen. 

Die Künstlerin ist 1980 in Teheran, Iran geboren. Nach der Schule studierte sie dort Grafik und Gestaltung und war fünf Jahre als Grafikdesignerin tätig, bevor sie 2007 das Studium der Malerei und Bildhauerei in Wien und Nürnberg aufnahm, welches sie 2014 erfolgreich abschloss. Sie nahm dabei unter anderem bei dem Maler Karim Nasr (Iran), dem Grafiker Reza Abedini (Iran), später bei dem Professor für abstrakte Malerei, Erwin Bohatsch (Wien, Österreich) und dem Professor für Bildhauerei, Ottmar Hört (Nürnberg, Deutschland) Unterricht. Im Jahr 2001 hatte sie ihre erste Gruppenausstellung in ihrer Geburtsstadt Teheran, Iran.

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unbekannte Künstlerin | my diary 2015 // Foto: kiraton.com
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