Sonnenbad in Novigrad.

Sonnenbad in Novigrad.
Sonnenbad in Novigrad.

Oder auch eine kleine Geschichte vom Seele baumeln lassen.

Einfach mal nichts tun. Im Schatten liegen. In der Sonne dösen und gelegentlich auf die kleinen Wellen schauen, die über die Steine schwappen. Vielleicht erhebe ich mich und bewege meinen Körper ins Wasser. Vielleicht  halte ich mich einfach an diesem Geländer da drüben fest und bewege meine Beine langsam im glasklaren Wasser vor und zurück wie diese beiden älteren Damen da.

Die Beine im Wasser, die Nase im Wind.
Die Beine im Wasser, die Nase im Wind.

Eine Echse schlängelt sich vor mir durchs grüne Gras. Kurz hält sie inne, schaut wachsam, beäugt mich. Dann bahnt sie sich ihren Weg weiter – hinein ins Unterholz.

Müde hebe ich meine Hand, ergreife das Glas Wasser vor mir auf dem Tisch. Kühlend rinnt die Flüssigkeit meine Kehle hinunter. Gluck. Gluck. Gluck.

Gurrr, gurrr. Eine Taube hat neben mir Platz genommen und erzählt mir von ihrer heutigen Ausbeute und von den Tourist*innen. Jetzt wären die da, welche mehr Langmut walten lassen. Sie führen einfach dorthin, wo der Finger auf der Landkarte landet. Schauen sich alles gemächlich an. Bleiben nicht länger als ein paar Tage. Im Hochsommer sind hier die Familien mit ihren quengelnden Kindern. Sie mieten dann eine Parzelle für zwei Wochen und bewegen sich dann dort den gesamten Zeitraum nicht mehr weg. Da fällt dann immer mal was ab: ein halb gegessenen Brötchen, das knotige Ende von der Wurst oder das von Eiscreme durchgeweichte Ende der Waffel. Achtlos hingeworfen und von ihr und ihrer geflügelten Bande aufgeschnappt. Jetzt bliebe weniger liegen. Gurrr, gurrr. Sie schüttelt sich. Aus ihrem Gefieder sinkt langsam eine kleine Feder zu Boden.

Hilde am Strand in Novigrad.
Hilde am Strand in Novigrad.

Und da kommen auch schon wieder die Männer, die hier den ganzen Tag die Kiefernnadeln zusammen fegen. »Also mal ehrlich – was soll das? Was bleibt mir denn da noch?« geifert sie herum. Aber sie müsse heutzutage vorsichtiger sein. Die Zweibeiner bringen in letzter Zeit immer mehr von diesen Hunden mit. Kleine, große, träge aber auch sehr gerissene. Und überall stecken die ihre Köpfe rein, eignen sich sich hier die ganze Gegend an, als wäre es ihr Territorium. Und dann bellen sie wild und lassen sich von ihren Menschen den Kopf kraulen.

Manchmal flöge sie nach Novigrad, setzt sich dort auf die Kaimauer und ließe sich dann von einem der Fischer zu einer kleinen Tour raus zu den Fischen einladen. Das wäre dann immer ein Festmal. Das macht sie aber nur einmal im Monat, damit es etwas besonderes bliebe. Und sie müsse auch immer auf der Hut vor den Möwen sein. Die denken, das Fischen sei ihre Angelegenheit. Pah, nur weil sie größer sind und auf den kleinen Wellenbergen schwimmen? Gurrr, gurrr. Gelegentlich lassen sie sich auch von einem Segler mitnehmen. Die seien aber nicht so spendabel. Ihnen ginge es immer nur um den perfekten Wind und wie sie ihr weißes Tuch danach ausrichten können.
An anderen Tagen flattere sie vorbei am Kirchturm, grüßt dort den Engel, der dort throne und nimmt dann Platz auf einem der vielen bunten Regenschirme, die hier über den kleinen Gassen aufgespannt im Winde schaukeln. Komisch seien die Menschen, denke sie sich dann – warum Schirme aufspannen, wenn es nicht regnet? Aber den Menschen gefiele es – warum würden sie sonst Fotos davon machen. Sie zeige sich jedenfalls von ihrer besten Seite und posiere für die Heerscharen an fotografierenden Menschen, die unter ihr her flanieren. Im Anschluss säße sie dann bei ihren Freundinnen. Gurrr, gurrr. Sie philosophieren dann über die Trachten der Menschen, deren dicke Bäuche, die sie mal verpackt oder auch ganz stolz vor sich her tragen. Und sie tauschen sich aus über ihren letzten Fang. Manchmal macht sie auch Halt vor dem Konzum-Supermarkt. Dort fällt für sie immer mal ein Krümel frisches Brot ab. Frischer in jedem Fall, als das halb abgelutschte Brötchen, dass die kleinen Kinder aus ihren Wagen fallen ließen, mit denen sie durch die Gegend kutschiert werden. Gurrr, gurrr

 

 

Ich wache auf, ein laues Lüftchen streicht meinen Arm. Ich bin wohl eingedöst. Neben mir erhebt sich eine Taube, ich reibe mir leicht verschlafen die Augen und erhebe mich für einen erfrischendes Bad in der Adria.

Am Abend unternehme ich eine Ausfahrt mit Rad in die Stadt, Schaue auf die Boote, sehe die Regenschirme in den Gassen und da oben auf dem Dach … ach, nur eine Möwe.

 

Ich setze mich in ein Restaurant und bestelle etwas – irgendwas mit Trüffeln, für die diese Region so berühmt ist. Aber eigentlich bin ich nur hier wegen dem Sonnenuntergang. Und ich werde nicht enttäuscht. Ich starre aufs Meer und sehe wie die Farbe des Meeres sich langsam verändert und jede Minute das salzige Nass in einem neuem Anstrich zeigt.

 

Novigrad und der dortige Campingplatz Sirena sind in der Nebensaison, Mitte September, ein idealer Ort zum Entspannen. Die Camper stehen nicht mehr dicht, für einen guten Preis findet man einen Platz in der ersten Reihe. Die Sanitäranlagen sind Klasse und es gibt auf dem gesamten Platz kostenlosen Wifi mit sehr gutem Empfang. Mit dem Rad kannst du einen Ausflug nach Novigrad unternehmen und es gibt einige, gut ausgeschilderte, Radtouren für die ein oder andere Ausfahrt.

Hier hab ich dir noch einmal ein paar schöne Orte für einen Ausflug vom Camping-Platz in die Stadt aufskizziert. Wenn du spannende Ergänzungen hast, dann schreib mir doch davon in den Kommentaren.

Energiereserven auftanken? Aber wie?

Wie gelingt es dir, im Urlaub auch mal abzuschalten und Energie zu tanken?
Gehörst du eher zu der aktiven Sorte, die jeden Urlaubstag etwas erleben will und ganz viel Input braucht?

Schreib mir doch davon in den Kommentaren. Ich bin gespannt, wie du deine Energiereserven wieder auflädst.
Ich für meinen Teil merke, dass ich neben dem Erleben, Entdecken und ausprobieren immer mal wieder ein paar Tage des absoluten Nichts-Tun brauche, in dem ich nur im Halbschatten auf einer Decke liege, herum döse und wörtlich die Seele baumeln lasse.
Genau das lädt meine Energiereserven wieder auf und lässt mich neue Geschichten ausdenken, Ideen entwickeln und gibt mir wieder neue Power für Projekte. Und das fühlt sich dann richtig gut an. 

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Ich bin gespannt!

 

Hier gibt es noch weitere schöne Bilder vom Aufenthalt in Novigrad:


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