Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.
Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Gegen halb fünf klingelte der Wecker. Wir wollten nach Angkor. Wir wollten endlich die Tempel sehen. Eine halbe Stunde wollte unser TukTuk-Fahrer mit uns los fahren. Wollte. Er kam nicht. Nachdem wir eine viertel Stunde vergeblich gewartet hatten, liefen wir los. Irgendwo würden wir vielleicht einen anderen Fahrer finden. Wir mussten nicht weit laufen. Ein TukTuk hielt an & bot uns seine Dienste an. Der Fahrer wollte natürlich viel mehr als der Mann gestern. Nachdem wir eine viertel Stunde mit Diskutieren verbracht hatten, einigten wir uns irgendwo in der Mitte – sowohl was den Preis anging & die Auswahl der Tempel, die wir heute sehen wollten.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Gut zehn Minuten ging die Fahrt raus aus die Stadt, es war kalt. Torstens Krama-Tuch wärmte uns an den Beinen. Am Ticketschalter kauften wir unser 3-Tagesticket inkl. Passfoto für je 40,00 $ & weiter ging die Fahrt zum Phnom Bakheng, welches als das erste große Bauwerk in Angkor gilt. 907 ließ es König Yasovarman I. im ersten Königreich errichten. Zum ersten Mal in der Khmer-Geschichte wurden die fünf Haupttürme in einer Quincunx-Form (wie die Augenzahl fünf auf einem Würfel) angeordnet. Am Fuß des Berges hielt der Fahrer an & wir gingen im Halbdunkel den Berg hinauf. Oben nur wenige Menschen. Wir setzten uns & sahen wir der Tag anbrach. Leider war es bewölkt, so sahen wir die Sonne nicht. Dennoch hatten wir einen tollen Blick über das riesige Gelände. Auf dem Rückweg sahen wir auch den einstigen, sehr steilen, Treppenaufgang die 67 m hinauf zum Naturhügel. Er wurde in den Berg gehauen& mit Sandstein verkleidet. Uns kamen einige Handwerker entgegen, die die Anlage derzeit restaurieren.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Anschließend mussten wir erst einmal eine Kleinigkeit frühstücken & staunten nicht schlecht über die Preise im Verhältnis zu Siem Reap oder anderswo in Kambodscha.
Wir fuhren in die Anlage von Ankor Thom. Leider ließ uns der Fahrer keine Zeit, den Südeingang richtig fotografisch festzuhalten. Diese drei Aufnahmen gelangen mir im Vorbeifahren. 54 Götter mit mandelförmigen Augen auf der einen & 54 Dämonen mit runden auf der anderen Seite. Sie halten jeweils eine siebenköpfige Naga. Ihre Köpfe sind zumeist Repliken.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

 

Nach einer kleinen Stärkung schauten wir uns das Bayon an, welches von über 200, immer wiederkehrenden großen Gesichtern bestimmt wird, die an den 37 Türmen an jeder der vier Seiten angebracht sind. So sahen wir alle paar Meter, nach jeder Biegung, hinter jeder_m Japaner_in einen neuen, in Stein gehauenen, Kopf. Inzwischen war es nämlich recht voll geworden. Zwischendrin auch als Relief immer wieder die Aspara-Tänzerinnen. An einer Stelle konnte man sich sogar mit einigen Fotografieren lassen.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Nach einer Stunde verließen wir das Bayon, um uns Baphoun, den Staatstempel von Udayadityavarman II. Aus dem 11. Jh. mit seinem liegenden Buddha im Relief anzusehen. Wir liefen durch die Anlagen des einstigen Königspalastes von Suryavarman I.: Phimeanakas & weiter einen schönen Waldweg vorbei am Tep Pranam & Preah Paliley zurück zum TukTuk.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Wir kamen am Chau Say Tevoda vorbei – ein kleiner Tempel. Einem kleinen Kind kaufte ich ein Postkartenset für 1,00$ ab. Natürlich war ich sogleich von weiteren umringt, die mir alle möglichen Souvenirs anboten.
Weiter ging es zum Ta Phom, einer Tempel, auf die ich am meisten freute: riesige Kapokbäume haben die Terrassen & Mauern dieser Anlage fest im Griff. Hier ist es egal, wenn einem in die Orientierung verloren geht &
man sich einfach von immer neuen Eindrücken einen Weg durchs Labyrinth bahnt. So erging es auch uns. Überwältigt von der Macht der Natur, den Kapokbäume, die mit ihren mächtigen Wurzeln, die sich um das Bauwerk schlangen & es mitunter Fest fest im Griff hatten. Von immer neuen Bildmotiven ließen wir uns von diesem Tempel ständig neu verzaubern. Irgendwann fanden wir den Weg hinaus & zum Mittagessen.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

Na, wer kennt dieses berühmten Eingang/Durchgang aus einem Film?! Dieser brachte der Anlange einen Zweitnamen ein. Wisst ihr welchen? Wer es als erstes errät & die Antwort hier unter Kommentare notiert, bekommt ne Urlaubskarte. ;)
Na, wer kennt dieses berühmten Eingang/Durchgang aus einem Film?! Dieser brachte der Anlange einen Zweitnamen ein. Wisst ihr welchen?
Wer es als erstes errät & die Antwort hier unter Kommentare notiert, bekommt ne Urlaubskarte. 😉

Während des Mittagessen setzte sich der Fahrer zu uns, um mit uns Fahrtziele & -Preis für die kommenden Tage zu verhandeln. Immer wieder meinte er, wie schlecht es ihm ginge, wie schwierig es ist, Geld zu verdienen, und und und. Zwischendurch erzählte er von seiner Familie, dass er bald heiraten wolle & soweiter. Und immer wieder kam er auf das Geldthema zu sprechen. Dies war manchmal ein wenig anstrengend für uns. Irgendwann waren wir auch genervt. Wir wollten das hier alles genießen & nicht ständig um jeden Kilometer & Dollar feilschen.
Schließlich ging die Fahrt weiter zum Banteay Kdai (11. Jh.). Die von Rajendravarman II. erbaute Zitadelle der Zellen wurde von Jayavarman II. Als Kloster umgewandelt, als welches es bis in die 1960 Jahre diente. Während ich Fotos machte, heftete sich ein Mädchen an meine Fersen & erzählte mir einiges Spannendes über diese Anlage & zeigte mir den ein oder anderen guten Fotoplatz. So sah ich eins, in den Boden geritztes Schachbrett, eine Tür, die sich nur durch Meditation öffnet, oder hatte einen tollen Blick auf die Halle der Tänzerinnen oder die Bibliothek. Sie war das siebentgeborene von zehn Kindern & sei nach dem Vollmond benannt sein. Sie sprach sehr gutes Englisch & nutzte wohl die Nachmittagsstunden, um hier Geld für ihren Englischunterricht zu sammeln. Später wollte sie Lehramt studieren & sich im sozialen Bereich engagieren. Natürlich wollte sie am Ende, obwohl vorher von ihr immer wieder das Gegenteil beteuert, auch Geld von mir. Den Betrag, den ich ihr geben wollte, war freilich nicht genug. So hinterließ auch diese Begegnung einen kleinen Beigeschmack, auch wenn unsere Unterhaltung ansonsten sehr schön war.
Gegenüber lag das königliche Vad Srah Srang. Von, der durch Jayavarman VII. angelegten königlichen Terrasse bot sich ein toller Blick über die Wasseroberfläche.

Angkor what?! Die Tempel von Angkor.

16.45 Uhr. Geschafft plumpsten wir von unser zwölfstündigen Tempelbesichtigungstour auf unsere Betten. Wir rafften uns zum Abendessen noch einmal auf.
Morgen wollen wir es etwas entspannter angehen lassen & vielleicht mit dem Rad zu den Tempeln fahren.
Aber erst einmal ist Ausruhen angesagt, das Erlebte verarbeiten & diesen Blogbeitrag zu Ende bearbeiten.

Hier noch mehr Fotos von unserem ersten Tag in Angkor:

(klick dich einfach durch die Galerie)

 

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