Unterwegs nach Agra.

Agra. Indien.
Agra. Indien.

Heute gegen acht klingelte der Wecker. Nach einer Dusche nach indischer Art (Eimer gefüllt mit Wasser plus kleinem Schöpfeimer) gab es ein kleines Frühstück auf dem Hoteldach. Kurz nach halb zehn holte uns Albert ab & es ging Richtung Agra. Laut Kilometerangabe sind es um die 250 km bis dorthin. Wir waren gegen vier dort. Die Straßen waren zu Beginn verhältnismäßig leer. Wahrscheinlich weil es noch recht früh war. Aber dies änderte sich mit der voranschreitenden Zeit. Zwischendurch legten wir eine kurze Rast mit Kaffee & Chai ein. Albert bot dazu indische Zigaretten an: ein wenig Tabak von einem Blatt umwickelt & einem Stück rosa Garn umwickelt. Angeblich sollen diese Zigaretten nicht ganz so schädlich sein. Auf jeden Fall riechen sie gut, sehen toll aus & es bleibt keinFilter übrig. Während der Fahrt hielt Albert einmal links am Straßenrand an, um irgendwelche Gebühren fürs Auto zu bezahlen. Sogleich waren wir umlagert von angeleinten Affen plus Kinder, die am Auto hoch sprangen, Reiseführer anbietenden Leuten & Männern, die uns von ihren Familien handgefertigte Ketten, Fußkettchen, etc. für »guten Preis« pfeil boten. Einer erspähte Ferkel & wollte ihn gegen ein silberneres Fußkettchen eintauschen. Ferkel verzog sich daraufhin beleidigt in den Rucksack.

Straßenimpressionen
Straßenimpressionen

Und dann musste es ja doch mal passieren: bei diesem wilden Gefahre, wo aus zwei Spuren plötzlich vier bis sechs werden, rammte uns eine Autoriksha. Albet diskutierte darauf hin wild mit dem Fahrer. Doch schließlich musste er einsehen, das dies nichts bringt. Wahrscheinlich war der Fahrer angetrunken. Und Autoversicherungen hat hier sowieso so gut wie niemand.
Albert fuhr uns mit den Worten »Good Monument« zu Akbars Mausoleum in Sikandra. Nachdem wir das Eintrittsgeld von je RS 110 bezahlt hatten, schlenderten wir durch den Park, beobachteten Springböcke (oder sowas ähnliches mit gedrehten, steil nach oben ragenden Hörnern beim grasen & besichtigten das Grab von Akbar, einem wichtigen Moguls des 16 Jh.. Er soll sehr weise, mächtig, Analphabet, reich gewesen sein, er sprach sich für die Religionsfreiheit aus & begründete sogar eine eigene, die in seinen Augen das Beste der einzelnen Religionen vereinte. Zu Hochzeiten sollte er bis zu 5000 Haremsdamen besessen haben.

Besichtigung des Akbar-Mausoleum
Besichtigung des Akbar-Mausoleum

Dann fuhren wir zu unserem Hotel in Agra. Zwischendurch kam der Verkehr aufgrund von Prozessionen, die der zehnarmigen Göttin Durga galten, immer wieder zu Verzögerungen. Auf LKWs oder kleineren Wagen standen & wenn genug Platz war, tanzten Leute (vor allem junge). Manchmal fuhr auch nur ein Wagen mit einer Statur der Göttin darauf & die Menschen tanzten wild davor. Sie hatten bunte, von Farbbeuteln eingefärbte Gesichter, Haare & Hemden. Aus Lautsprechern dröhnte Musik oder die Leute spielten selbst auf Trommeln. Von den reich mit Blumen geschmückten Wagen wurden Blätter mit einer breiähnlichem Fladen gereicht.
Nachdem wir eingecheckt (RS 1000 die Nacht) & ein wenig relaxt hatten – soweit das bei dem Geräuschpegel ging – gingen wir noch einmal in die abendliche Innenstadt Nähe des Taj Mahal. Es herrschte ein buntes, geschäftiges Treiben. Die Kinder winkten, riefen uns »Hello« hinterher. Ab und zu kam jemand angerannt, reichte uns die Hand zum Hello oder fragte »Where are you from & what’s your Name?« In den engen Gassen gab es noch diverse Durga-Umzüge. Bei einem erlaubten sich ein paar Kinder & deren Mutter einen kleinen Spaß & ich bekam auch etwas von der Farbe ab. In meinem Fall grün. Da hatten dann alle was zu lachen.

Agra & die Druga-Prozession
Agra & die Druga-Prozession

Irgendwie fanden wir in diesem Gewirr den Weg zum Hotel zurück & ließen uns dort lecker Dal & eine rote & weiße Gemüse-Mischung (leider weiß ich den Namen nicht mehr) zu Reis & Brot schmecken. Lecker.

Nun aber ins Bett. Morgen heißt es sehr früh aufstehen: wir wollen mit dem Sonnenaufgang das Taj Mahal besichtigen.

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From Hanoi with love. Late imbiss in Berlin with @bibaberndi.

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3 Comments

  • …Türkis ist ja das neue schwarz ;o) und jeden Tag früh aufstehen:o/
    so’ne Zigarette würde ich ja auch gern mal probieren. Wonach riechen die denn?
    Passt bloß auf Ferkel auf! Der HAUDEGEN

    • Hihiiii stimmt. Werd ich jetzt öfter tragen. Obwohl, heut am zweiten Festivaltag trugen die Kinder Pink im Gesicht.
      Ferkel ist steht’s an der Leine & darf nicht immer raus.
      Die Zigaretten musst du selbst testen, können dir ja ne Packung mitbringen.
      Und ab und zu lohnt sich frühes Aufstehen. …

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