Varkalas Wellen.

Varkalas Wellen.

Ich hab schlecht geschlafen, wachte immer mal wieder auf, schwitzte und hatte wilde Erkältungsträume. Irgendwann gab ich es dann auf und stellte fest, dass es mittlerweile doch schon halb neun war. Ich machte mich fertig und als ich 20 Min. später aus dem Bad kam, war auch Beli wach und sie hatte über Nacht eine wilde, raue Stimme bekommen. Die Klimaanlage hatte auch sie nicht verschont.

Varkalas Wellen.

Als auch sie bereit für den Tag war, gingen wir frühstücken. Das Internet, welches in der Nacht mal kurz da war, hatte sich wieder verabschiedet, so konnte ich die fehlenden Beitrage immer noch nicht mit Bildern ausstatten und hoch laden. Naja egal. Das Frühstück bot wieder leckere Früchte und Cocos-Pancakes. Lecker. auch den Blick vom Balkon auf den Strand genossen wir wieder einmal.
Nach dem Essen gingen wir zum Janardhana Swamy Tempel. Am Eingang gaben wir unsere Schuhe ab und liefen die steilen Stufen hinauf. Oben wurden wir von den Hindus neugierig beäugt. Eine Frau spielte für Beli auf einem einsaitigen gaigenartigen Instrument und ließ sich von ihr fotografieren.
Wir liefen um das Allerheiligste herum, schauten in die Schreine hinein und ließen uns von der Stimmung des Tempels einnehmen. Der Tempel soll über 2000 Jahre alt sein und viele Hindus kommen hierher, um zu beten, bevor sie die Asche ihrer Verstorbenen unten am Strand dem Meer übergeben.

Varkalas Wellen.

Wir gingen zum Strand und dieses Mal nicht nach rechts zum Nordstrand, sondern nach links. Wir mussten vorbei an einigen Felsen, die ins Meer hinein ragten. Von den anbrandenden Wellen ließen wir uns nicht einschüchtern. Geschafft. Hier waren kaum Menschen. Zwei Badenixen kamen gerade aus dem Wasser und ein paar vereinzelte Inder flanierten am Strand. Beli und Ferkel meditierten. Ich suchte ein paar Muscheln für meine Familie und Torsten und dann ließ ich mich vom Meer verzaubern.

Varkalas Wellen.

Nach einer Weile traten wir den Rückweg an. Eine Gruppe von indischen Jungs hatte es bereits vor uns versucht und war dabei komplett durchgenässt. Wir versuchten eine kleine Wellenpause abzupassen und liefen im Sand entlang der Klippen. Eine kleine Welle kam und und drückte uns an die Steine. Nur bis zu den Knien nass geworden. Weiter. Dann kam eine noch größere Welle. Ich hatte Glück, und konnte rechtzeitig ausweichen. Beli traf sie leider volle Breitseite. Sie war einmal komplett nass. (Anm Beli: Das war eine fiese Monsterwelle, die mich voll gegen einen Felsen geschleudert und auch noch meine Kamera nass gemacht hat! Jaha!)
Wir gingen zurück zum Hotel und Beli verschwand sofort im Bad, sich den Sand abduschen und im Anschluss auf die Terrasse zum trocknen. Auch das Zwiesel war komplett durchgeweicht. Ihre Kamera hatte Glück und war weiterhin funktionstüchtig. Auch ich duschte mir den Sand ab, den die Wellen sogar unter meine Leggins geschwemmt hatten.
Den Nachmittag verbrachte Beli am Pool mit Trocknen, Nichtstun und Lesen. Ich leistete ihr Gesellschaft und schrieb ein paar Urlaubskarten.

Um drei hatte ich einen Termin für eine ayurvedische Massage: ein Shirodhara – ein Stirnölguss, der sowohl eine Kopf- und eine Ganzkörpermassage voraus ging. Doch zunächst musste auch ich mich meiner kompletten Kleidung entledigen. Ich durfte mich im Anschluss auf einen Stuhl setzen und dann goss mir Elana (oder so ähnlich) warmes Öl auf den Kopf und massierte es ein. Immer wieder goss sie Öl nach und massierte und stimulierte den Kopf. Nachdem mein Haar vom Öl wunderbar durchgeweicht war, durfte ich mich auf die Holzliege legen. Zunächst auf den Bauch. Sie goss warmes Öl über mich und massierte mich in einer angenehmen Massierstärke gut durch. Das Gleiche tat sie von der anderen Seite. So war ich von allen Seiten gut durchgeölt. Dann bannt sie mir ein Band um den Kopf – oberhalb der Augenbrauen. Ich musste noch ein paar Zentimeter hinauf rutschen, sodass ich unter dem Gefäß für den Stirnguss lag. Nun ließ sie das erwärme Öl auf meine Stirn laufen. Es war einfach nur herrlich. Ich schloss meine Augen und ganz wirre, fabelhafte und befreiende Gedanken flogen so an mir vorbei. Es hätte stundenlang so weiter gehen können. Aber irgendwann war es leider vorbei. Die nette Dame half mir von der Liege herunter und brachte mich zur Dusche. Mit Seife und Shampoo versuchte ich nun das Öl vom Körper zu waschen. Gar nicht so einfach. Aber auf jeden Fall fühlte ich mich ganz wunderbar. Die nochmalige heiße Dusche auf unserem Zimmer machte das Gefühl komplett. Ich fühlte mich sehr wohlig, frisch und sehr entspannt. Und ich bin gespannt, ob ich diese Nacht besser schlafen kann, da der Stirnguss ja neben Stressabbau, etc. auch gegen Schlaflosigkeit helfen soll.

Varkalas Wellen.

Beli war inzwischen auch von ihrem Platz am Pool zurück gekehrt. Der Himmel hatte sich inzwischen etwas zugezogen und der Horizont sah ganz irre aus: der Ozean dunkelblau, darüber ein Stück heller, leuchtender Himmel, der in dunkle Wolken überging. Am Strand tummelten sich immer noch viele Familien.
Langsam frischte es auf und es wurde immer dunkler. Die Priester hatten ihre Stätten längst geräumt. Und dann ging der Regen los. Erst sehr stark, dann ging er in einen leichten aber stetigen Sommerregen über. Der Himmel verschwamm am Horizont mit dem Meer. Einige Familien suchten vorm Regen Schutz und rannten davon, andere trotzten den Tropfen und stellten sich den Wellen entgegen.
Der Regen ließ immer mehr nach, aber so ganz wollte er nicht aufhören. So fielen immer noch einzelne Tropfen herab, als wir uns schließlich gegen halb sieben zum Abendessen aufmachten. Von unserem Restauranttisch hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Strand und das Farbenspiel des Himmels. Wir ließen uns wieder ein indisch-keralisches Mahl schmecken und fotografierten im Anschluss die Blitze über dem Ozean. Es gelang uns tatsächlich den ein oder anderen mit der Linse einzufangen.
Wir kauften noch ein paar Karten und ich einen kleinen Ganesha und zwei Magnete.

Dann zurück ins Hotelzimmer, Taschen packen und noch ein wenig lesen oder schreiben, bevor es ins Bett ging.
Morgen geht es aufs Hausboot und in die Backwaters. Wir sind sehr gespannt.

Varkalas Wellen.

Dir hat dieser Artikel gefallen? 

Super.
Dann erzähle anderen davon uns teile ihn mit der Welt.
Ich danke dir.

Du hast Fragen, Anregungen und eigene Gedanken zu diesem Beitrag?

Dann schreib mir davon in den Kommentaren.
Ich bin gespannt!

Varkalas Wellen.

Hier gibt es weitere Fotos:

More from kiraton.

Minz-Erfrischt mit leckeren Smoothies.

Minz-Erfrischt mit leckeren Smoothies. Es ist Sommer. Endlich! Darf es da ein...
Weiterlesen

5 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu