Von Bergziegen & Teeherstellung.

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Nach einem Frühstück – dieses Mal ohne Porridge am Buffet, obwohl das gestern so lecker war (wir wissen auch nicht, warum es heut nicht angeboten wurde) – fuhren wir mit unserem Fahrer zunächst nach Munnar. Dort sammelten wir unseren heutigen Fremdenführer Jonas ein. Dann ging es in den Eravikulum National Park. Auf halber Strecke wechselten wir das Fahrzeug und stiegen mit anderen Tourist_innen in einen Bus, der uns zum Ausgangspunkt für eine kleine Wanderung am Fuße des Anamudi fuhr.
Von Bergziegen & Teeherstellung.
Der Nationalpark liegt in den Westghats, ungefähr 17 Kilometer von Munnar entfernt. Hier konnte sich in den letzten Jahren eine wachsende Population von Nikgiri-Thar – eine Bergziegenart, entwickeln. Sie lebt nur im hohen Grasland und während wir die Serpentin-Straße bis zum Wendepunkt liefen, entdeckten wir sie entlang der Strecke. Sie waren gar nicht schüchtern und kamen dicht an uns heran. Einige gute Fotos gelangen uns. Der Anamudi ist Südindiens höchster Berg und hat die Form eines Elefantenrückens – wenn er nicht gerade im Nebel verschwunden ist. Als wir den Wendepunkt erreichten, waren wir ein wenig überrascht. Gern wären wir noch weiter gegangen. Falls ich noch einmal hier bin, würde ich versuchen, eine Tageswanderung zu buchen. Zu schön ist es hier. Vielleicht auch im Jahr 2018, wenn die Neelakurunji (Strobilatanthes) nach 12 Jahren erneut blühen wird und die Hänge in ein violettes Blütenmeer verwandeln wird.
Von Bergziegen & Teeherstellung.
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Dann nach einer Weile des Anstehens zurück mit dem Bus zum Parkplatz, wo uns unser Fahrer zur nächsten Attraktion des Tages brachte: zum Teemuseum.
Zunächst sahen wir uns einen 20-minütigen Film über die Erschließung des Landes an und was der Anbau von Tee für die Menschen gebracht hat. Es war eine kleine Zeitreise durch die Geschichte, die im Heute aufhörte, in der die Menschen von Munnar Anteile an der Teefarbik KDHP – KANAN DEVAN HILLS PLANTATIONS haben und es drum herum auch einige sozial engagierte Projekte gibt.
In den nächsten Räumen alte Fotos und Gerätschaften. Dann erklärte uns Jonas anhand von kleinen Teehäufchen den Prozess der Teeherstellung und welche Unterscheidungen es zwischen grünem, schwarzem und weißem Tee gibt sowie was CTC und Orthodox in Bezug auf Tee bedeutet.
Im nächsten Raum zeigte er uns den Teewerdungsprozess anhand von unterschiedlichen Maschinen. Zunächst wurde gemahlen und noch kleiner gemahlen, dann dem Oxidationsprozess übergeben. Nun wurde mit Hilfe heißer Luft geröstet und die Blattstückchen wurden von den Stengeln getrennt (welche dann als Dünger wieder auf dem Feld landeten). Schließlich spuckte eine Rüttelmaschine die unterschiedlichen Teequalitäten aus. Fantastisch.
In einem weiteren Raum konnten wir schließlich Tee kaufen. Jonas präsentierte uns die unterschiedlichen Sorten. Es gab den groben Blatttee für den besten Teegenuss oder den ganz feinen – die Grundzutat für einen Massala-Chai. Grünen Tee gab es auch oder welche mit Zusätzen wie Zitrone, Ingwer oder ganz toll mit Kardamom. Wir nahmen alles einmal. Oder vielleicht doch lieber noch eine zweite. Wieviel soll der kosten? 50 Rupien, nagut, noch eine dritte Packung für die Familie und Freund_innen daheim.
Von Bergziegen & Teeherstellung.

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Beim Rausgehen ließen wir uns noch einen frischen grünen Tee schmecken, bevor wir zu einem weiteren Ausflugsziel fuhren. Einem aufgestauten Fluss, in dem man mit einem Motorboot herum cruisen konnte, oder an einer Stelle sein Echo hören konnte. Entlang der Straße unzählige Touristände, die alles Mögliche anboten: kleine Snacks, frische Kokosnuss, handgemachte Schokolade bis hin zu sehr kitschigem Plastikspielzeug oder billigen Souvenirs. Ich wollte Beli ein Vogellampe andrehen. Sie lehnte dankend ab. Warum nur?! 😉 (Anm. Beli: Sie war auch wirklich unfassbar hübsch, ich weiß selbst nicht, warum ich abgelehnt habe. 😉 )
Jonas lud uns auf einen Chai und frittierte Paprikaschoten vom Straßenhändler ein. Beides sehr lecker und in ungewohnter Atmosphäre sogar mit ein bisschen Abenteuerflair. Wir liefen die paar 100 Meter zum Staudamm und machten mal hier, mal dort ein Bild.
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Nun fuhr uns unser Fahrer zurück nach Munnar. Zwischendurch stoppte er bei den vielen bunten Häusern – dem Zuhause von Jonas – und Beli versuchte ein Bild zu machen, was aber nicht so recht klappen wollte. (Als Jonas beim ersten Mal erzählte, dass er dort wohne und sich Beli über die ‚coulorful houses‘ freute, brach unser Fahrer in ein herzliches Lachen aus. Wir wussten gar nicht so recht, warum.) Während der Fahrt sprachen wir über unsere bisherigen Erlebnisse in Kerala und warum wir ursprünglich hierher kamen.
In Munnar führte uns Jonas über den Gemüse- und Wochenmarkt und Beli versuchte aus der Hüfte ein paar Bilder zu machen. Dann gingen wir hinauf zur katholischen Kirche. Dort hatten wir einen guten Blick über das chaotische Treiben im Zentrum sowie auf die Moschee und den Hindu-Tempel. In der Kirche war nur noch ein dumpfes Hupen zu vernehmen, sonst Stille.
Übrigens zieht man hier auch vor Kirchen die Schuhe aus und Jonas war Protestant, genau wie wir. Jedenfalls entschieden wir uns hier in Indien schnell mal, zu Protestant_innen zu werden. Dies macht einiges einfacher und wir müssen uns nicht soviel erklären.
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Es war bereits halb fünf. Wir verabschiedeten uns von Jonas (schade, irgendwie mochte ich ihn) und ließen uns zum Hotel fahren. Die gewohnte Cup of Tea wartete.
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Anschließend erwischte ich das letzte warme Wasser für eine Dusche, während Beli mal wieder kalt duschen musste.
Noch ein wenig relaxen, Lesen und dann bestellten wir unser Abendessen aufs Zimmer. Wir waren gespannt, ob es dieses Mal ankäme.
Es kam & war sehr lecker.
Nun schon mal die Tasche für morgen packen, denn dann geht es zu unserer letzten Etappe – nach Cochin – bevor wir heim fliegen.
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7 Comments

  • Kalt duschen bei dieser Kälte draußen… das war die Hölle für mich als gewohnte Heißduscherin. „Aber kannste ja nichts machen“

    Life of Pi habe ich zwar gesehen, aber noch nicht gelesen. Na dann muss ich das wohl noch nachholen. 🙂

  • Das ABendbrot sieht zwar undefinierbar aus, hat aber bestimmt gut geschmeckt. Ich trinke jetzt auch gleich einen tollen Tee „Assam bari“,
    ein Klassiker unter den Broken-Tees: Viele goldene Tips, malzig-würziges und lebendiges Aroma zeichnen diesen Assam-Tee aus. Kommt auch aus Indien, kostet dort bestimmt nur ein Zehntel vom Preis in D 😉
    Kommt gut heim und noch ein schönes Wochenende.
    Heute Ist Frauenlauf und ihr nicht dabei :/ ich kann ja leider auch nicht zu jubeln 🙁

    • Scharf, aber lecker. 🙂
      Jaaaa, Tee!!! Assam ist auch aus Indien. 😉 lass ihn dir schmecken.
      Ja, beim Frauenlauf könnt ich dieses Mal nicht dabei sein, aber im kommenden Jahr vielleicht. 🙂

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