Von Geisterstädten, Melkmaschinen Tourist*innen & dem Affentempel.

Von Geisterstädten, Melkmaschinen Tourist_innen & dem Affentempel.
Von Geisterstädten, Melkmaschinen Tourist_innen & dem Affentempel.

Heute waren wir gegen neun mit Albert zur Weiterfahrt verabredet. Daher klingelte unser Wecker gegen halb acht. Nachdem wir uns aus unseren Laken geschält & erfrischt hatten, begaben wir uns auf die Dachterrasse & genossen unser Frühstück mit einem tollen Blick & letzten Blick aufs Taj Mahal. Dann ging es mit der Fahrradrikscha zum Treffpunkt mit Albert. Der Rikscha-Fahrer hatte uns gestern Abend auf unserem Rückweg zum Hotel angetroffen & Bot uns gleich wieder seine Dienste an. Naja, da wollten wir mal nicht so sein & sagten wann & wo er uns zu Albert fahren kann. Er war zur verabredeten Zeit vor Ort & trat wieder ordentlich in die Pedale.

Albert fuhr uns zunächst zu Fatehpur Sikri – der Geisterstadt nahe Agra. Akhbar lies hier 1571 diese Stadt erbauen, nachdem – der Legende nach – sein Segenswunsch bei dem auf dem Felsen lebenden Heiligen Shaikh Salim Chisti für einen männlichen Nachkommen erfolgreich war. Nach 15 Jahren verlies Akhbar diesen Ort schon wieder, da er als Feldherr unterwegs war & die Wasserversorgung sehr schwierig war. Die Anlage war riesig & sehr spannend. Wir liefen umher und bestaunten alles. Der rote Stein wurde teilweise so meisterhaft bearbeitet, dass manche Säulen oder Wandverzierungen aussahen, als wären sie aus Holz. Nach der Festungsanlage besichtigten wir die hier noch die Heilige Stätte um das Mausoleum von Shaikh Salim Chisti. Wir bewunderten die filigranen Marmor- & Perlmuttarbeiten an der Grabstätte des heiligen & ich band einen roten Faden um die Sprossen der Marmorfenster. Mal sehen, ob mir das, ähnlich wie Akhbar an diesem heiligen Ort auch Glück bringt.
Nachdem wir uns hier noch ein wenig umgeschaut & die Kinder, welche uns fortwährend irgendwelche Prospekte anbieten wollten, mit »No, thanks!« Auf Distanz hielten, ließen wir uns mit einem Bus zurück zum Parkplatz fahren, wo Albert auf uns warte. Hier shoppten wir noch ein paar Ansichtskarten für RS 25 – sicher auch noch überteuert, aber ich sah, dass sich zwei Europäerinnen die gleichen Karteneditionen für RS 100 andrehen ließen.

Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri

Es ging weiter nach Galta – eine stufenförmige Tempelanlage, welche sich Nähe Jaipur in die Felsen einfügt. Nachdem wir RS 50 fürs Fotografieren bezahlt hatten, ließen wir uns von einem Gläubigen (Krishna-Anhänger?!) ein paar Heilige zum Anbeten zeigen. Dafür wollte er natürlich eine kleine Spende für den Tempel. Wir gingen weiter die treppenförmige Anlage empor, vorbei an kleinen Teichen, in denen einige Jungen badeten. Diese angelegten Teiche werden durch eine Quelle gespeist, wodurch dieser Ort eine besondere Bedeutung für Pilgernde hat. Die einzelnen Bauten waren reich und wunderschön mit verschiedenen hinduistischen Motiven bemalt. Leider hat man das Gefühl, die Anlage sei ein Lost Place & dem Verfall Preis gegeben. Weiter oben, den Berg hinauf gelangten wir zum Sonnentempel. Unterwegs begegneten wir einigen Affen. Im Tempel begrüßte uns eine Frau, die hier im Tempel lebte & uns jeweils einen roten Punkt auf die Stirnmitte für Glück drückte. Dafür wollte sie natürlich auch eine Tempelspende.

Galta - eine stufenförmige Tempelanlage, auch Affentempel genannt.
Galta – eine stufenförmige Tempelanlage, auch Affentempel genannt.

Hinter dem Tempel ergoss sich die Stadt Jaipur über der gerade die Sonne unterging. Ein schöner Anblick über eine Stadt, die sich bis weit hinter den Horizont erstreckt. Albert erzählte uns später, dass über fünf Millionen Menschen in der Hauptstadt Rajasthans leben.

Auf dem Rückweg rotteten sich langsam die Affen zusammen & belagerten den Tempel. Viele Affen hatten Kinder, die an ihren Müttern herum hingen. Sie rannten vor uns her, schrien & balgten sich. Sie sprangen über unsere Köpfe hinweg. Ein Affe versuchte, mir meinen Schal wegzureißen. Zum Glück hatte ich diesen vorsichtshalber gut an mir befestigt. Wir machten paar letzte Bilder vom Affentempel & ließen uns von Albert nach Jaipur & dem Hotel für die nächsten Nächte fahren. Nachdem wir erst ein nicht ganz tolles Zimmer zu Gesicht bekamen, gab uns der Hotelmensch ein etwas besseres mit kleinem Balkon. Und nachdem auch das Bettlaken & die Kopfkissenbezüge ausgetauscht waren, war es annehmbar. Vom verkramten Hoteldach beobachten wir noch ein wenig die Nachbarschaft, die beispielsweise Ziegen auf dem Balkon hielten, bevor wir uns mal dem indischen Fernsehen widmeten. Bollywood.

Sonnengot Surya. Galta, Jaipur. Fotocollage, 80x60 C-Print, matt
Sonnengot Surya. Galta, Jaipur. Fotocollage, 80×60 C-Print, matt

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