Wintersonne genießen im Wörlitzer Park.

Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben, wird im selben Kreis all sein Leben traben, kommt am Ende hin, wo er hergerückt, hat der Menge Sinn nur noch mehr zerstückt.- Christian Morgenstern

Vor gut drei Wochen – nach einer aufregenden, anstrengenden, aber auch schönen Seminarwoche in Rossbach – hatte es mich erwischt und voll umgehauen: ein grippaler Infekt fesselte mich eine komplette Woche an meine Wohnung und an mein Bett. Nur für meine Besuche bei der Ärztin oder der Apotheke verließ ich die Wohnung oder um ein bisschen Vitamin D zu erhaschen.
So schlecht ging es mir echt lange nicht mehr – ich musste mich sogar in dieser Woche krank schreiben lassen (Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich das so etwas wirklich nur mache, wenn gar nicht mehr geht). Diese Viren hatten es wirklich in sich!

Jedenfalls, nach einer Woche in meiner Wohnung fiel mir die Decke auf den Kopf. Ich wollte wieder fit werden, wollte Sonne und frische Luft! Schniefend und hustend stupste ich den Freund an und sagte: »Ich will raus, ich will spazieren. Ich will in den Park – in den Wörlitzer Park.«
So kam es, dass wir uns an dem Sonntag ins Auto setzten und uns die eineinhalb Stunden auf nach Wörlitz begaben.

Unser erster Stopp war der Park Luisium mit dem kleinen Schloss in dessen Mitte.
Zwischen 1774 bis 1778 ließ Fürst Franz von Anhalt-Dessau hier das kleine Landhaus »Luisium« durch Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff für seine Gattin Louise als privaten Wohnsitz erbauen. Nach ihr erhielten Garten und Haus im Jahre 1780 den Namen.

Sonntagsspaziergang. | Sunday walk.
Sonntagsspaziergang. | Sunday walk.

Es war wirklich sehr idyllisch. Das gelb getünchte Haus lugte durch die kahlen Laubbäume hindurch und die Wintersonne warf hier goldenes Licht darauf. Ab und zu ein paar Radfahrinnen, Joggerinnen oder Menschen, die wie wir ein wenig herum spazierten.
Hinter dem Park erstreckt sich ein großes Waldgebiet, das zu einer Radpartie einlädt. Wir liefen ein paar 100 Meter, ließen die Landschaft auf uns wirken. »Hier müssen wir im Sommer noch einmal mit unseren Rädern her kommen!« stellten wir fest, als wir zum Auto zurück kehrten.

Catch the sky.
Catch the sky.
Swimming in the green sky.
Swimming in the green sky.

Wir fuhren weiter nach Wörlitz und dem Wörlitzer Park. Nachdem wir unseren Wagen auf dem Parkplatz abgestellt hatten, liefen wir zunächst durch Neumarks Garten und dem Labyrinth. Dieses soll die Irrwege des Lebens symbolisieren. Nicht umsonst trägt ein steinernes Schild an einer Brücke, die wir durchqueren mussten, den Hinweis WAEHLE WANDERER DEINEN WEG MIT VERNUNFT.
Nachdem wir den richtigen Pfad gewählt hatten, schlugen wir den Weg rund um den Wörlitzer See ein.

Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben, wird im selben Kreis all sein Leben traben, kommt am Ende hin, wo er hergerückt, hat der Menge Sinn nur noch mehr zerstückt. [Christian Morgenstern]
Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben, wird im selben Kreis all sein Leben traben, kommt am Ende hin, wo er hergerückt, hat der Menge Sinn nur noch mehr zerstückt. [Christian Morgenstern]
Unterwegs begegneten wir vereinzelt Familien oder Pärchen, die ebenso das gute Sonntagswetter für einen Ausflug nutzten. Wir sahen das Gotische Haus zwischen den Bäumen hervor lugen. Wir gelangten zum Weinberg und lasen im Nymphaeum die Zeilen von Goethe die er Charlotte von Stein über Wörlitz 1778 schrieb:

Sonntags im Wörlitzer Park.
Sonntags im Wörlitzer Park.

Über zwei kleine Brücken gelangten wir zum Brockenhaus. Dieses durchschritten wir und hielten uns weiter nach links. Schließlich gelangten wir zur Villa Hamilton auf der Felseninsel Stein. Imposant sah diese künstlich angelegte Felseninsel mit dem roten Haus darauf aus. Die Anlange hatte jetzt im Winter geschlossen. Was uns nicht weiter störte.

Villa Hamilton am Inselstein. Wörlitzer Park.
Villa Hamilton am Inselstein. Wörlitzer Park.

Wir warfen noch einen Blick auf die Grotte der Egeria, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Die St. Petri Kirche samt Bibelturm (dieser beherbergt eine interessante Ausstellung zur Bibel und von der Aussichtsplattform hat man einen tollen Blick über den Park und Ort, aber nur in den Sommermonaten).  im Blick steuerten wir auf Wörlitz zu und ließen dabei immer wieder den Blick über den See streifen. Im Küchengebäude des Schlosses ließen wir uns nieder zu Kaffee, Tee und Kuchen. Wir waren den ganzen Nachmittag an der frischen Luft und genossen den Moment des Innehalten. Und wir stellten erneut fest, dass wir im Sommer noch einmal mit den Rädern wiederkommen wollen.

Der Bibelturm Wörlitz & im Vordergrund das Küchengebäude des Schlosses.
Der Bibelturm Wörlitz & im Vordergrund das Küchengebäude des Schlosses.

Als wir auf unserem Heimweg durch Dessau fuhren wurden wir mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt und als wir – ich leicht erschöpft – glücklich daheim ankamen, war es bereits dunkel.
Was für tolle Ausflugsziele Sachsen-Anhalt doch immer wieder zu bieten hat.

Enjoy the Sun.
Enjoy the Sun.

Merke1: Wintersonne tut gut.
Merke 2: Spaziergänge sind gut für die Seele und die Genesung.
Merke 3: Der Wörlitzer Park lohnt sich im Sommer und im Winter. Räder dabei haben ist auch nicht verkehrt!

Warst du schon mal im Wörlitzer Park bzw. im Gartenreich Dessau-Wörlitz? Was gefiel dir besonders? Welche anderen Ausflugsziele für einen Tag empfiehlst du in Sachsen-Anhalt? 

Weitere Bilder:

Übrigens, diesen Beitrag hab ich im Rahmen #igTravelThursday-Blogprojekts von Instagram Travel Thursday geschrieben. Hast du auch Lust mitzumachen? So gehts: 1. Blogpost über Instagram und Reisen schreiben – 2. Einen Link zur einem der #igTravelThursday Hosts setzen – 3. Deinen Blogpost via Link-Widget, aka Linky hinzufügen – Weitere Infos findest du HIER. oder HIER.

 

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