Zwischen Wahl und Wüste.

Zwischen Wahl und Wüste.
Zwischen Wahl und Wüste.

Heut morgen vor dem Weckerklingeln erwacht nach einer lauten musikalischen Partynacht, die mich das ein oder andere mal hochschrecken ließ, da das Feuerwerk so laut war. Ich las mein trauriges indisches Buch »Die Nähe zwischen uns« von Thrity Umrigar, 2008 aus und dann ließen wir uns gegen halb neun ein leckeres Frühstück vom Büffet schmecken. Dabei verfolgte ich per Twitter die neusten Wahlauszählungen in den USA. Leider waren kurz vor zehn, als wir das Hotel verließen, noch nicht alle Bundesstaaten ausgezählt. Aber es sah ganz gut aus für Obama. Wie wir mittlerweile wissen, hat er schließlich die Wahl gewonnen.
Wir liefen in der morgendlichen Altstadt herum und über den Markt, der gerade erst rings um den, damals durch die Briten errichteten, Uhrturm erwachte. Die Händler*innen putzten die Gehwege mit kleinen Reisigbesen vor ihren Ständen, breiteten ihre Waren aus. Wir gingen in einen Gewürzladen und kauften indisches Masala, Kardamon, Muskatnüsse, Tee, Safran, Vanille und Zimt. Am Ende war einiges zusammengekommen, genau wie ein ganz guter Preis. Naja, wir leben nur einmal, Sambhali Trustoder?!
Ferkel erstand in einem kleinen Laden namens Sambhali Boutique noch zwei Haarspangen, die er seiner Rosa und Lilli mitbringen will. Das tolle an dem Laden: alle hier hergestellten Produkte stammen von meist kastenlosen Frauen, die eigentlich außerhalb der Gesellschaft leben. Durch den Verkauf, der in dem angebotenen Waren in dem Laden, werden diese Frauen finanziell unterstützt, Projekte für sie initiiert und die Ausbildung von Frauen unterstützt. Ein Weg zur Gleichberechtigung von Frau und Mann sowie zur Unabhängigkeit von Frauen.

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Dann startete die Weiterreise Richtung Jaisalmer, die Wüstenstadt. Über 280 km galt es bisher zurück zu legen: über schlechte Stuckelstraßen, über einsame Bahnübergänge, in Schlangenlinien vorbei an langsam dahin trabenden Rindern. Immer wieder kamen und die typischen, oft sehr bunt und mit viel Liebe verzierten, TATA-Trucks entgegen. Einmal sahen wir einen Unfall zwischen zwei LKWs. Wir sahen, wie Landschaft sich langsam veränderte. Größere Bäume wichen kleineren struppigen Gebüschen. Grün wurde zu Sandfarben, Felder zu Steppen.
Dann waren wir da. Es war kurz vor fünf.
Nachdem wir unser Zimmer im Haveli-Stil bezogen hatten (Torsten wechselte sogar die Hotelseite, da diese nicht so nah an der Straße lag und ihm somit leiser erschien), unternahmen wir einen kleinen Abendspaziergang durch die orange-sandsteinfarbene Altstadt, hinauf zum Fort. Überall keine Lädchen, die z.B. Bettüberwürfe mit seltsamen Werbeslogans an den Mann/die Frau bringen wollen (‚Hiermit brauchst du kein Viagra‘ oder ‚Nur für die eine Frau‘), Hüte, Klamotten und die typischen Rajastanischen Souvenirs.
Wir fanden ein nettes Restaurant über den Dächern der Stadt. Und während wir unsere Rücken in die weichen Kissen drückten, ließen wir uns leckeren Masala- bzw. Ginger-Lemon-Tee und dazu ein leckeres Mutter Paner und Kümmelkartoffeln, Knoblauch-Naan und Gemüsereis schmecken. Yummi.
Später ging es zurück ins Hotel. Morgen steht ein relaxter Tag in der Wüstenstadt an.

Achja, unsere eine Lampe an der Zimmerdecke beherbergt ne Disco-Glühbirne. Incredible India.

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Weitere tolle Fotos gibt es hier:

 

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4 Comments

  • Hat Ferkel auch für mich schon ein Geschenk;o) Kardamom wär auch toll…auch ich beneide euch. Bis auf die Durchfallattacke:o/ schöne Fotos mit Pink und Orange

  • Habe jetzt über eine Woche nicht gelesen, so dass ich ordentlich Lektüre am Morgen hatte. Vielen Dank! Viel besser als immer Tageszeitung und der Hype um Obama und Sandy in NY.
    Ist „Yummi“ Insider für „lecker“?
    LG Kristin

    • Welche Sandy in New York? Hab ich was verpasst? 😉

      Jep Yummi bedeutet im englischen lecker.
      Schön, das dir das mitlesen Spaß macht. Wir haben heut ein paar spanende Unterhaltungen gehabt, da gibt sicher einiges zu berichten. 😉

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