Israel Mai – Juni 2010.

Tel Aviv.
Tel Aviv.

Siebentägige Israel-Studienfahrt mit fotografischer Spurensuche der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V.Ende Mai fuhren wir im Rahmen der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. mit 14 Jugendlichen aus Sachsen-Anhalt nach Israel zu einer Studienfahrt mit fotografischer Spurensuche. Den ausführlichen Bericht zu siebentägigen Reise gibt es hier.

Jüdisches Grab mit Blick auf den FelsendomDas Arbeitszimmer von Rutheberg, HaifaDas Arbeitszimmer von Rutheberg, HaifaBlick auf HaifaSpeisesaal im Kibbuz
Wohnhäuser im KibbuzFliesenmalereiFliesenmalereiStrand von Haifaarabisches Viertel von Haifa
aufgereihtחתולה (khatula)חתולה (khatula)Marktsituation, AkkoGassen in Akkoalter Fischerhafen, Akko
Uhrenturm zeigt in verschiedenen Sprachen die Zeit an; AkkoKreuzgang, AkkoKreuzgang, AkkoAm Straßenrand, AkkoKüste von Akko

Israel, ein Album auf Flickr.Israel.

Auf in das heilige Land hieß es vom 25. Mai bis 2. Juni 2010 für 14 Jugendliche aus Sachsen-Anhalt. Die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. führte eine siebentägige Israel-Studienfahrt mit einer Jugendbegegnung durch. Zum Konzept der Fahrt zählte, dass die Jugendlichen sich auf eine fotografische Spurensuche mit eigenen Bildaufträgen und Referatsthemen begeben. Organisiert und geleitet wurde die Gruppe von Jugendbildungsreferentin Elke Fiege sowie FSJ Kultur Koordinatorin Kirsten Mengewein.Mit guter Vorbereitung und in der Hoffnung auf besseres Wetter als zu jener Zeit in Deutschland hoben die Teilnehmer*innen am Dienstag, 25. Mai 2010, um 22.40 Uhr von Berlin Tegel ab und landeten nach circa vier Stunden Flug wohlbehalten um 03.50 Uhr in Tel Aviv. Von da aus ging es mit dem Bus gleich weiter nach Haifa zum Rutenberg Institut, dem Kooperationspartner vor Ort. Nach vier Stunden Ruhephase und einem stärkenden Frühstück begann der erste Tag mit einer Einführung in die Arbeit des Institutes durch Silvi Behm. Am Nachmittag stand das Kibbuz Ramat-Yochanan auf dem Programm. Neben Erkundung mit der Israelin Rutha Shoshani des Geländes und der Funktionsweise eines Kibbuzes lernten die Freiwilligen hier auch volkstümliche Tänze und Rhythmen kennen. Bevor es wieder zurück in das Rutenberg Institut ging, wurden auch noch die Vorzüge des Mittelmeeres im letzten Licht des Tages genutzt. Den Abschluss bildete das Zeitzeugengespräch mit Günther Roberg, welcher Insasse der »Patria«, dem ersten Siedlerschiff nach Palästina 1940 war, und seiner Frau Loredem.

Am Donnerstag, 27. Mai 2010, Tag zwei der Exkursion, besuchte die Gruppe das Leo Baeck-Institut in Haifa, welches ein integratives Schulsystem für Kinder und Jugendliche sowie Einbindungsarbeit für Migrant_innen in Israel vertritt. Hier hatten die 14 Teilnehmer*innen die Möglichkeit, etwas zur Integration jüdischer Äthiopier*innen zur erfahren und sich mit israelischen Jugendlichen der Leo Baeck-Schule auszutauschen und den jeweiligen Alltag besser kennen zu lernen. Am Nachmittag fand im Rutenberg Institut ein Fotoworkshop mit israelischen Jugendlichen statt. Es wurden nicht nur  interessante Fotos geschossen, sondern auch viel gelacht und sich ausgetauscht. Am Abend war Shlomo Wolkowiz, Überlebender des Holocaust, als Zeitzeuge zu Gast und stieß auf reges Interesse und Betroffenheit.

Am 28. Mai 2010 ging es für die Gruppe nordwärts: Die historische Altstadt von Akko, dem »Tor ins heilige Land«, die Golanhöhen mit Stopp am See Genezareth mit seinem Zufluss des Jordans bei Yardenit, der Taufstelle Jesus, standen auf dem Plan.  In diesem Gebiet leben viele Drusen, eine sich vor rund tausend Jahren abgespaltete Sondergruppe des Islams. Die Drusen glauben an Seelenwanderung und dürfen daher nur im eigenen Kreis heiraten. Darüber hinaus gelten sie als staatstreu und dienen jeweils dem Land, in dem sie leben. Am Abend gab es ein traditionelles Shabbat-Essen im Rutenberg Institut.Den folgenden Tag verließen die Jugendlichen Haifa und machten sich auf den Weg nach Jerusalem. In Jerusalem hatte die Gruppe eine Stadtführung. Diese begann auf dem Ölberg mit der besten Sicht über die Stadt. Weiterhin wurden die Kirche der Nationen, die Klagemauer, Überreste des Cardo (Überreste der einstigen Hauptstraßen des antiken Jerusalems), das moslemische, das christliche, das jüdische und das armenische Viertel besucht, ein Stück »Straße der Schmerzen« entlang zur Grabeskirche Jesu und schließlich zum Zionsberg. Viele neue Eindrücke prägten die Jugendlichen und regten zum Nachdenken an. Eine Besonderheit des Besuches Jerusalems war darüber hinaus, dass Shabbat war.

Die Teilnehmer*innen besuchten am 30. Mai 2010 die Knesset, das israelische Parlament mit Sitz in Jerusalem, und die zentrale Holocaustgedenkstätte Israels Yad Vashem. Der Besuch der Gedenkeinrichtung mit seinem Museum und den weitläufigen Denkmalstätten wie der »Allee der Gerechten unter den Völkern», dem »Children’s Memorial« oder auch der »Wüste der Gemeinschaften« (= Synagogen) war sehr beeindruckend und erschütternd für alle Besucher*innen. Nachmittags ging es weiter nach Bethlehem, wo nicht nur die Geburtskirche Jesu besichtigt wurde, sondern in Bethlehem auch ein Gefühl für das palästinensisch verwaltete Gebiet in der Westbank entwickelt wurde. Das Passieren der Grenzanlagen und die Sicherheitskontrollen waren ein Erlebnis für sich. Abends ging es weiter nach Tel Aviv, der größten Stadt Israels.

Am Montag, den 31. Mai 2010, besuchte die Gruppe das Diaspora Museum, auf dem Universitätsgelände in Tel Aviv und setzte sich intensiv mit der jüdischen Diaspora auf der ganzen Welt von der Zeit des Babylonischen Exils bis 1945 auseinander. Anschließend waren die Jugendlichen zu Gast bei der Friedrich Ebert Stiftung, die von ihrer Arbeit in Israel berichtete und den Teilnehmenden die Möglichkeit bot, in einer Gesprächsrunde ihre Fragen zu stellen.

Der Vormittag des 1. Juni 2010 widmete sich den Referaten, welche die Teilnehmer*innen im Vorfeld zu verschiedenen Themen Israels anfertigt hatten.Der letzte Nachmittag stand zur freien Verfügung: Ob ein Besuch am Strand oder auf einem der Märkten Tel Avivs – die Jugendlichen sammelten letzte Eindrücke, bevor es gegen 23:15 Uhr mit dem Zug zum Flughafen Ben Gurion ging. Nach erhöhten Sicherheitskontrollen und Befragungen bei der Ausreise, landete die Gruppe wohlbehalten um 8:00 Uhr früh in Berlin Tegel – im Gepäck viele Erlebnisse und Erinnerungen an eine unvergessliche Woche in Israel.

Ein Reisebericht von Christian Tischer. Fotos: Kirsten Mengewein
Das Projekt wurde gefördert vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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