Blogreise The American Dream in Assen & Emden.

Titelbild: Blogreise The American Dream in Assen & Emden.
Titelbild: Blogreise The American Dream in Assen & Emden.

Blogreise The American Dream in Assen & Emden.

Vielen Dank an Mein Niedersachsen, die mich auf diesen Trip eingeladen haben, damit ich dich nun mit meinen Erinnerungen unterhalten kann. Und vielleicht kann ich bei dir ja dadurch auch die Lust am Kunst gucken in Verbindung mit einer spannenden Reisen wecken…
Meine Liebe zur Kunst, am Reisen und das Schreiben darüber kommt aber wie immer von Herzen und ist nicht bezahlt.

Jipppiiiiii, ich freute mich schon seit Wochen auf dieses Wochenende – und das zu recht!
Zunächst ging es dank Mein Niedersachsen für mich nach Assen. Von dort ging es direkt weiter nach Veenhuizen in das Nationaal Gevangenismuseum (wer ein wenig niederländisch kann, ahnt wahrscheinlich schon, was mich dort vielleicht erwartete. Doch später dazu mehr). Abends traf ich dann auf Sandra von Kunstkieken.nl. Mit ihr ging es dann am Samstag zum Drents Museum in die Ausstellung The American Dream. Am Nachmittag düsten wir dann gen Emden und besuchen dort am Sonntag den zweiten Teil der Ausstellung in der Kunsthalle Emden.

 

Wie kam es eigentlich zu der Reise?

Anfang Oktober erhielt ich eine Anfrage von Laura von Mein Niedersachsen ob ich nicht Lust hätte auf einen Blogtrip im Rahmen der gemeinschaftlichen Ausstellung der Kunsthalle Emden und des Drents Museum in Assen. Du ahnst sicher, dass ich nicht lange zögerte, da hier zwei wichtige Faktoren für mich zusammen kamen: die Kunst und das Reisen. Ich sagte sogleich zu. Das es ein so fantastischer Trip werden würde, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. …

Ich bin wieder aus dem Gevangenismuseum frei gekommen.

Vorab war ich schon ein wenig skeptisch, was mich in einem Gefangenen-Museum wohl erwarten würde. Aber was ich schließlich hier erlebte, damit hatte ich nicht gerechnet. … Kurz zur Geschichte: nachdem sich das französische Herr 1822 aus den Niederlanden zurück gezogen hatte, blieben diese vollkommen zerrüttet zurück. Insbesondere in den großen Städten wie Amsterdam herrschte bittere Armut. Daher gründete General Johannes van den Bosch die Kolonie Veenhuizen inmitten eines ausgedehnten Moores in der Region Drente. Die Kolonie sollte dazu dienen, arme Menschen, Landstreicher*innen und Bettler*innen durch Zwangsarbeit und Umerziehung zu »arbeitsamen Menschen« werden zu lassen. Nach und nach wandelte sich der Ort hin zu einem Gefängnisdorf, deren Geschichte bis heute nicht abgeschlossen ist. Noch heute gibt es dort drei Gefängnisse. Heute wird hier von Haft und Bewährungshilfe gesprochen.
Auf jeden Fall war es ein informativer, sehr interessanter Museumsbesuch gemeinsam mit Memmo der mir alles zeigte und anschließend gab es noch Rundfahrt mit dem »Boevenbus« durch Veenhuizen. Das Erlebte im Museum wird sicher noch eine Weile in mir nachhallen.

 

Ein Fest der Sinne – Ein Abendessen im Bitter en Zoet.

Am Abend lernte ich endlich Sandra von Kunstkieken.nl kennen. Während eines wunderbares 5-Gänge-Menu im Bitter en Zoet tauschten wir uns über Kunst und das Bloggen darüber aus. Zum Essen sage ich nur #nomnomnom und und erinnere mich dabei gern zurück, wie die verschiedenen Gänge meine Geschmacks-Kospen jedes Mal aufs Neue zum Jubilieren brachte.
Und wie bereits erwähnt: das Beste am Essen war, dass ich es gemeinsam mit Sandra genießen durfte. Wir verstanden uns – nicht nur sprachlich – sofort sehr gut und wären wir beiden nicht so müde gewesen und hätte nicht so viel Wunderbares auf dem folgenden Tagesprogramm gestanden, würden wir sicher noch immer zusammen sitzen und reden und philosophieren….

Nach einem wunderbaren Frühstück im Bitter en Zoet und einem kleinen Spaziergang durch den Ort ging es für Sandra und mich nach Assen.

 

Ein Museumsrundgang im Drents Museum.

Das Taxi brachte uns direkt vor die Tür des neuen Eingangs des Drents Museums. Dort begrüßte uns Bert und führte uns durch den ersten Teil der American Dream-Ausstellung – sprich die Jahre 1945 bis 1965 und einige Ausblicke auf die Jahre danach.
Wir waren geflasht: wunderbar aufbereitet und die Werke waren geschichtlich eingebettet zwischen den 1945ziger und 1965ziger Jahren. Vor uns an den Wänden hingen sie: Hopper, Warhol, Soyer, Estes, Hanson, Lawrence, Porter, Lichtenstein, Wyeth, Nelson, … Wir diskutierten einige der Werke und verstanden so wie und warum die Künstler*innen so malten und arbeiteten.

Neben der temporären Ausstellung bietet das Museum noch das ein oder andere Highlight im Rahmen der dort beheimaten Dauerausstellungen. Wusstest du, dass in Drente das älteste Boot der Welt gefunden wurde? Nein? Ich vorher auch nicht. Oder auch sehr spannend war für mich zu erfahren, wie damals die Familie eines Steuereintreibers lebte. Dank der fast lückenlosen Tagebuchaufzeichnungen eines Mannes wurden hier verschiedene Räume konzipiert, die den Besucher*innen das Leben von einst visuell und haptisch erlebbar machen.

Die Zeit verrann wie im Fluge. Gern wären wir länger geblieben. Daher lege ich dir gern ans Herz: wenn du mal in Assen bist: bring dir ruhig einen ganzen Tag Zeit mit. Im Museum gibt es so viel zu entdecken … für Jung & Alt.

 

In Emden herrscht Ostfriesenrecht.

Nach einem kurzen Mittagsimbiss im Museumsrestaurant ging es für Sandra und mich auch schon weiter nach Emden. Ilka, PR- und Öffentlichkeitsbeauftragte der Kunsthalle Emden, holte uns mit einem golden Straßenflitzer ab und brachte uns nach Emden. Nur kurz die Sachen im Hotel verstaut und schon ging es auch weiter in die Stadt, wo die Stadtführerin Lotte bereits auf Sandra und mich wartete. Kurzweilig und auf sehr charmante Weise wurden wir durch die Innenstadt geführt und bekamen so viel Wissenswertes über die Stadt an der Ems vermittelt. So erfuhren wir beispielsweise, dass Emden damals im 2. Weltkrieg am 06. September 1944 fast vollständig zerstört wurde. Die Pelzerhäuser sind zwei der wenigen Häuser, die während des Bomenangriffs stehen blieben. Weil im Anschluss schnell wieder aufgebaut werden musste, blieben die 31 Bunker stehen und werden heutzutage geschickt ins Stadtbild integriert. Gerade die »kleinen Anekdoten« der einfachen Menschen in der Geschichte waren es, der die Stadt ein Denkmal setzte. So zum Beispiel das Denkmal der Straßenfegerin »Peterke« oder einem der Delftspuckern. Das fand ich wirklich sehr beeindruckend.

Ordentlich durchgepustet vom Winde oben auf dem Glockenturm des Rathauses freuten wir uns im Anschluss auf die Teetied im Teekontor von Frau und Herrn Thiele. Diese luden uns nämlich zu einer echt ostfriesischen Teezeremonie ein. Und während erst der frisch aufgebrühte Tee die Kluntje knistern lies, anschließend die kleinen Wulkje aufstiegen, erklärte uns Herr Thiele mit ansteckender Begeisterung die Zusammenstellung des typischen Ostfriesen-Tees.
… und natürlich machten wir vom sogenannten Ostfriesenrecht Gebrauch.

 

Den Tag rundeten wir mit einem leckeren Abendessen im Feuerschiff Emden ab. Aufgrund der Gemütlichkeit und des guten typisch ostfriesischen Essens lohnt eine Reservierung am Wochenende, da viele andere auch in diesen Genuss kommen wollen.

The American Dream, Teil 2 in der Kunsthalle Emden.

Nachdem wir zunächst im Drents Museums bereits auf der Suche nach dem amerikanischen Traum waren, besuchten Sandra und ich am letzten Tag des Blogtrips die Kunsthalle Emden.
Dank der wunderbaren Ilka erhielten wir nicht nur eine sehr gute Einführung in den zweiten Teil der American Dream-Ausstellung, sondern Ilka ließ uns hinter die Kulissen blicken und erzählte, wie seinerzeit Henri und Eske Nannen zusammen fanden, die Idee zur Stiftung Kunsthalle Emden entstand und wie auch sie, Ilka, schließlich ins Team kam.
Übrigens, einige ihrer Ausführungen kannst du in dem wunderbaren Band »25 Jahre Kunsthalle Emden« nachlesen. Zum Rest musst du Ilka allerdings selbst befragen…Vielleicht hast du ja Glück und triffst sie, wenn du selbst mal zu Besuch in Emden bist.
Zurück zur Ausstellung: während in Assen der Realismus in der Zeit von 1945 bis 1965 beleuchtet wird, thematisiert die Kunsthalle die Jahre ab 1965 bis heute. In verschiedenen thematischen Räumen – wie auch im Drents Museum – werden Stadtleben, Genre, Stillleben, Landschaft und Menschen in den Kunstwerken in Zusammenhänge gesetzt, erzählen Geschichten, spiegeln Zeitgeschichte wieder und fragen nach dem Kern des sogenannten amerikanischen Traums. Umrahmt ist auch dieser Teil der Ausstellung vom geschichtlichen Hintergrund mit Filmsequenzen und Musikbeispielen. In Emden gab es dafür einen gesonderten Raum als eine Art Zwischenstopp während des Ausstellungrundganges – einem Discovery Diner.

 

Nach einem anschließenden Mittagsimbiss im Café Henri’s – übrigens extra für die Ausstellung zeitweise in Henri’s Diner umgetauft und thematisch passendem Essenangebot – zeigte uns Ilka noch die von Eske Nannen ins Leben gerufene Malschule.

Im Anschluss hieß es für mich, die Heimreise anzutreten und das Erlebte zu verarbeiten und zu reflektieren. Und ja, ich freue mich sehr auf den Austausch, deine Fragen und Gedanken zu der Gemeinschaftsausstellung und/oder dem Rahmenprogramm. Also immer her damit in den Kommentaren.

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